Jeder hat seine, jede hat ihre eigene Migrationsgeschichte

Migration kommt in den «besten» Familien vor! Diese Unterrichtsmaterialien führen ein in das Thema der Migrationsgeschichte, wobei die Kinder selbst zum Ausgangspunkt ihrer eigenen Geschichte werden.

Woher kommt die eigene Familie? Finden sich Migrationsspuren selbst in meiner Familie? Diesen Fragen folgend erforschen die Kinder ihren persönlichen Familienhintergrund und vergleichen ihre Ergebnisse mit ihren MitschülerInnen, so dass sich ein Bild der Klasse ergibt. Die Klasse spiegelt dabei im Kleinen unsere Gesellschaft wieder und so vermag der Unterricht, die SchülerInnen für dieses wichtige Thema sensibilisieren, ihre eigene Identität formen und die ihrer MitschülerInnen besser verstehen.

Einleitung: Jede Familie hat ihre eigene Migrationsgeschichte

Interkultureller Klassenspiegel

Die SchülerInnen sollen ihren jeweils eigenen familiären Hintergrund reflektieren und hierfür bestimmte Fragen beantworten. Mithilfe dieser Informationen kann jedeR Einzelne dann ein Poster über sich und die eigene Herkunft und Familie gestalten. Die Poster werden im Anschluss in der Klasse ausgestellt oder aufgehängt. Das Ensemble spiegelt die Vielfalt der einzelnen Hintergründe in der gesamten Klasse wider und liefert einen Anknüpfungspunkt für die Erarbeitung des Themas Migration.

Kurzbiografien

Hier geht es um Kurzbiografien von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Es werden für diesen Zweck zwei Beispieltexte bereitgestellt, die weitere Texte ersetzt werden können. Wichtig erscheint in dieser Phase, dass die SchülerInnen Dimensionen von Migration bei Gleichaltrigen erfahren und sich mit diesen auseinandersetzen. Auf diese Weise soll ein Perspektivwechsel gefördert werden, der die SchülerInnen dazu befähigen soll, sich in die Rolle anderer hineinzuversetzen.

Herkunftsländer

Hier soll die Herkunft der Familien der eigenen Klasse ermittelt und dargestellt werden. Mithilfe von Kartenmaterial können die SchülerInnen die regionale Verteilung ihrer Familienmitglieder zeigen. Obwohl sich manche SchülerInnen vielleicht tief verwurzelt in ihrer Region fühlen, kann hier ermittelt werden, ob es in der eigenen Familie vielleicht auch eine Wanderungsgeschichte gegeben hat. Dies eröffnet den SchülerInnen die Möglichkeit, sich mit anderen MitschülerInnen zu vergleichen.

Meine Migrationsgeschichte

Im Rahmen dieses Vorschlags sollen Gründe dafür erhoben werden, die Familien oder Familienmitglieder dazu bewegen, zu migrieren. Auch hier stehen die einzelnen Familiengeschichten der SchülerInnen im Vordergrund. Indem die SchülerInnen nach Gründen für die Migration in ihren eigenen Familien fragen, sollen sie Migration als erfahrbares Phänomen wahrnehmen, das durch spezifische Gründe motiviert ist. Mithilfe von Leitfragen können sie so erste Erfahrungen mit Frageinstrumenten sammeln.

Sprachenporträt

Die SchülerInnen setzen sich mit ihrer eigenen (mehr)sprachigen Identität auseinander und fertigen ein sog. „Sprachenporträt“ (vgl. Krumm 2003) an. Hierzu malen sie eine vorgegebene Silhouette mit Farben aus, wobei jede gewählte Farbe für eine Sprache des/r Schülers/in steht. Alle ausgemalten Figuren werden nebeneinander gestellt und ergeben gemeinsam ein authentisches, buntes Bild. Dies lädt ein zu vertiefenden Fragen über sprachliche Vielfalt und die individuelle Bewertung der jew. Sprachen.