Migrationsspuren auf dem Teller: Mittelstufe

Die tägliche Ernährung oder das eigene Geburtstagsfest bilden den Ausgangspunkt für interessante Projekte in der Schule. Aber auch das Erforschen der Lebensmittel mit Migrationshintergrund ermöglicht spannende Reisen.

Wie haben sich meine Vorlieben beim Essen im Verlauf der Zeit verändert? Wie feiern Leute aus verschiedenen Kulturen Geburtstag? Und woher stammen eigentlich verschiedene Speisen und Zubereitungsarten? Mit den folgenden Unterrichtsvorschlägen werden alltägliche Erfahrungen zum Ausgangpunkt genommen, um verschiedene Kulturen und deren Grundlagen kennen zu lernen.

Didaktische Hinweise Mittelstufe

Meine Essbiografie

Warum essen wir in der Schweiz Käse, aber keine Heuschrecken? Weshalb mögen alle Menschen Süsses? Und mit welchen Gefühlen kosten wir von einem uns völlig unbekannten Lebensmittel oder Gericht? Ausgehend von den eigenen Essgewohnheiten begeben sich die Schülerinnen und Schüler auf eine kulinarische Reise, zum Beispiel in ihre eigene Vergangenheit oder sie lassen sich von älteren Menschen mitnehmen auf eine Zeitreise in deren Kindheit. Der Blick über den eigenen Tellerrand hinaus ermöglicht es, Unbekanntes kennen zu lernen und Bekanntes aus einer anderen Perspektive zu erfahren.

Geburtstagsbräuche

Bräuche und Feste, verbunden mit Essen, sind Inszenierungen des kulturellen Selbstverständnisses. Bei der Begegnung von Menschen an Festen wird ein Stück Individualität und kulturelles Verständnis offenbart und geteilt. Die Beobachtung der Gebräuche ermöglicht deshalb, mehr über die Kulturen zu erfahren und Gemeinsamkeiten und Unterschiede sichtbar zu machen.

Döner Kebab & Co.

Anhand eines beliebten Schnellimbisses können die Schülerinnen und Schüler forschend und sinnlich erleben, welchen Einfluss Migration auf die Schweizer Esskultur und auf die eigene hat. Der Döner Kebab steht als Beispiel dafür, wie sich Esskulturen gegenseitig beeinflussen. In dieser Unterrichtseinheit wird erfahrbar, dass Esskulturen keine unveränderbaren Grössen sind. Dadurch, dass man den Döner Kebab lieber mit der vertrauten Mayonnaise oder mit Ketchup statt mit der ursprünglichen Joghurt-Knoblauch-Sauce will, prägt auch jede und jeder die Esskultur mit.

Lebensmittel auf Wanderschaft

Nicht nur Menschen, auch Nahrungsmittel migrieren; sie wandern aus und integrieren sich in der neuen Umgebung. Seefahrer, Eroberer und Entdecker brachten seit dem Mittelalter Lebensmittel, beziehungsweise Pflanzen (u.a. Kartoffeln, Gewürze) aus fernen Ländern nach Europa. Später liessen Kolonialherren in den Überseegebieten Pflanzen für das Heimatland kultivieren (u.a. Tee), die aus klimatischen Gründen in Europa nicht angebaut werden konnten. Andere Lebensmittel kamen mit Gastarbeitern und Migranten zu uns. So wurde der Speisezettel in Europa und damit auch in der Schweiz, der in früheren Jahrhunderten sehr karg war, immer reicher. Diese Themeneinheit zeigt den Schülern und Schülerinnen anhand der Kartoffel, dass nicht nur Menschen migrieren, sondern auch Nahrungsmittel.