Migrationsspuren auf dem Teller: Oberstufe

Gemeinsamkeiten und Unterschiede verschiedener Menschen und Kulturen zeigen sich auch am Esstisch. Wie ein Mensch isst und was er isst, verweist auf seine Sozialisation. Im Hauswirtschaftsunterricht begegnen sich die Jugendlichen am Esstisch. Da werden Unterschiede transparent, bieten Diskussionsstoff und Anhaltspunkte für Unterrichtsthemen, die subjektorientiert gesetzt werden können.

In diesen Unterrichtseinheiten werden Ordnungsstrukturen von Esskulturen und Festen erforscht, und es wird ein vertiefter Blick auf den Zusammenhang zwischen Esskulturen und Migration geworfen. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler eine lustvolle Seite der Kulturbegegnung erfahren.

Didaktische Hinweise Oberstufe

So isst die Welt

Essen und Trinken sind Grundbedürfnisse aller Menschen, sowohl aus ernährungsphysiologischer Sicht als auch aus sozialer Sicht. Doch was wir essen, wie wir essen und wo wir essen unterscheidet die Menschen untereinander. Durch die kulturelle, soziale und familiäre Prägung und durch individuelle Vorlieben und Abneigungen wird die Esskultur jedes Einzelnen, von Bevölkerungsgruppen, einer Region, eines Landes unterschiedlich gestaltet. In diesen Unterrichtsvorschlägen werden die Esskulturen anhand des Brotes und von eigenen Erfahrungen erforscht.

Begegnungen an Festen

Während man im Alltag seinen kulturellen Hintergrund nicht immer gerne zeigt, teilt man ihn oft gerne an Festen. Feste prägen und verbinden die Menschen, die miteinander feiern. Das öffnet die Chance von Begegnungen und gibt Gelegenheiten zum Austausch. In dieser Lektionsreihe liegt das Schwergewicht auf dem Erkennen von grundlegenden Merkmalen eines Festes. So machen sich die Schülerinnen und Schüler Gedanken, was für sie ein Fest ist, was dazugehört, warum sie daran teilnehmen. Feste und Bräuche anderer Familien, Kulturen, Religionen erscheinen auf den ersten Blick vielleicht fremd. Doch betrachtet man sie etwas genauer, erkennt man ähnliche grundlegende Dinge. Dies soll zum Verständnis sowohl des eigenen Hintergrundes wie auch desjenigen anderer Menschen beitragen.

Esskulturen und Migration

Kohl, Karotten und Portulak – das waren vor 1000 Jahren die am weitesten verbreiteten Gemüsearten im Gebiet der heutigen Schweiz. Wer heute einen Blick auf das Gemüseregal im Supermarkt oder die Auslage auf dem Wochenmarkt wirft, entdeckt ein völlig anderes Bild: Üppige Tomatenberge, verschiedenste Salate, Wurzeln und Knollen, Gemüse in allen Farben – und dies praktisch das ganze Jahr über. Wie ist es zu dieser Vielfalt gekommen? Wann begann das Sortiment ins Unermessliche zu wachsen und warum? In dieser Unterrichtsreihe lernen die Schülerinnen und Schüler, wann und auf welchem Weg Lebensmittel in die Schweiz (oder nach Europa) kamen, sie entdecken Zusammenhänge zwischen Migration in die Schweiz und dem aktuellen Lebensmittelangebot und befassen sich mit der emotionalen Bedeutung von traditionellen Gerichten.