• vor 1848: Glaubensflüchtlinge

  • 1848 - 1914: Offene Schweiz

  • 1915 - 1945: Die grosse Rückkehr

  • 1946 - 1962: Arbeitskräfte gesucht!

  • 1963 - 1973: Versuch der Beschränkung

  • 1974 - 1984: Wirtschaft hinkt

  • 1985 - 1990: Zuwanderung aus Südeuropa

  • 1991 - 2001: Annäherung an Europa

  • seit 2002: Personenfreizügigkeit

  • 1847
  • 1848
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    • Vor 1848: Keiner war schon immer da

      Menschen sind seit jeher gewandert. Sie taten und tun dies auf sich allein gestellt oder in kleinen und grossen Gruppen. Ja, ganze Völker suchten sich manchmal eine neue Heimat - auch auf dem Gebiet der heutigen Schweiz. Deshalb müssen wir heute sagen: Keiner war schon immer da. 
       

      Nicht selten müssen sich Menschen auch ein neues Zuhause suchen, weil sie in ihrem Land verfolgt werden. So erlebte die Schweiz im 17. und 18. Jahrhundert eine erste Einwanderungswelle von Flüchtlingen aus einem Nachbarland. Sie wurden dort verfolgt, eingesperrt zum Teil sogar getötet - wegen ihres Glaubens. Zum Glück nahm die Schweiz die Verfolgten auf. Sie sollte von ihnen profitieren...

      Mehr darüber im Text zur Epoche vor 1848 (PDF)

    • Strickmaschine

      Diese Strumpfstrickmaschine stammt aus dem Jahr 1771. Solche Maschinen kamen seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts über Frankreich in die Schweiz, hauptsächlich dank den Hugenotten. Diese wurden in Frankreich wegen ihres protestantischen Glaubens verfolgt. Viele flohen in die Schweiz. 

      Die Schweiz tolerierte die Flüchtlinge, weil sie diese Maschinen zu bedienen wussten. Einige kannten sich sogar mit der Fabrikation der Maschinen und deren Nadeln aus! Und sie gaben ihr Wissen weiter. So trugen diese Glaubensflüchtlinge viel zur frühen Industrialisierung der Schweiz bei. 

      Quelle: Bernisches Historisches Museum, Bern

    • 1848-1914: Offene Schweiz

      Im 19. Jahrhundert dürfen ausländische Arbeitskräfte ohne Hindernisse in die Schweiz kommen, hier wohnen und ihr Geld verdienen. Und die Arbeitskräfte werden gebraucht! In den Fabriken werden jetzt Maschinen, Eisenbahnen, Schiffe gebaut, Tücher gewoben oder Uhren hergestellt. Diese „Industrielle Revolution“ bedeutet aber auch, dass für viele Menschen die herkömmliche Beschäftigung in den Bauern- und Handwerksbetrieben kein Auskommen mehr sichert.

      So müssen viele verarmte Schweizerinnen und Schweizer auswandern. Erst gegen Ende des Jahrhunderts wird das Auswanderungsland Schweiz zu einem Zuwanderungsland, weil also mehr Menschen ein- als auswandern. Die Umwälzungen der Industriellen Revolution verändern das Leben vieler Menschen. Dies führt auch zu Konflikten.

      Mehr darüber im Text zur Epoche 1848-1914 (PDF)

    • Erinnerungsblatt an die erste Schweizer Bundesverfassung

      Im Jahr 1848 bekommt die Schweiz ihre erste Bundesverfassung. Der neue Bundesstaat hat nun ein Parlament, eine Regierung und Gesetze, die in der ganzen Schweiz gültig sind. Das nebenstehende Bild erinnert an die erste Bundesverfassung. Es versinnbildlicht alles, was zur Schweiz gehört: Auf der einen Seite die verschiedenen Menschen mit unterschiedlichen Berufen, auf der anderen Seite das Militär. Die verschiedenen Uniformen zeigen, dass jeder Kanton bis anhin eine eigene Armee hatte. Auch sind sämtliche 22 Kantonswappen abgebildet. Diese 22 Kantone bilden jetzt eine Einheit, die Schweiz. 

      Quelle: Urheber unbekannt

    • Flüchtlinge aus Europa

      Kurz nach der Gründung des Bundesstaates kommen viele Flüchtlinge aus den Nachbarstaaten in die Schweiz. Ganz Europa ist damals in Aufruhr, weil viele Bürger die Monarchien abschaffen und demokratische Regierungen einsetzen wollen. 

      Die Schweiz nimmt die Flüchtlinge auf, verbietet ihnen aber, in der Schweiz gegen ihre Regierungen in Frankreich, Deutschland, Österreich oder Italien aktiv zu werden. Man will ein Vorbild für die Neuordnung der Staaten sein, aber sicher keinen Krieg mit den Nachbarn riskieren!

    • Einführung des Schweizer Frankens

      1850 wird der Schweizer Franken eingeführt. Vorher gab es viele verschiedene Währungen in der Schweiz. Der Handel wird natürlich einfacher, wenn in der Schweiz alle Leute mit dem gleichen Geld bezahlen.

    • Ansichtskarte aus Genua

      Wegen der Industrialisierung veränderten sich das Zusammenleben der Menschen und ihre Arbeit enorm. Die Kehrseite der Umgestaltung der Handarbeit zur maschinellen Fabrikarbeit waren die auch in der Schweiz verbreitete Massenarmut, Kinderarbeit, Hungersnöte und Alkoholprobleme. So entschlossen sich viele Schweizerinn und Schweizer, nach Amerika auszuwandern. Die Reise wurde mit dem Dampfschiff zurückgelegt – es gab noch keine Flugzeuge! Die nebenstehende Ansichtskarte wurde von Leuten nach Hause geschickt, die sich in Genua einschifften, um nach Amerika zu gelangen. 

      Quelle: www.genovacards.com

    • Die Gründung der ETH

      1855 wird eine neue Hochschule gegründet, die ETH, die Eidgenössische Technische Hochschule in Zürich. Diese Hochschule gehört heute zu den bekanntesten auf der ganzen Welt. Sie verdankt ihre Gründung der erst der jungen schweizerischen Eidgenossenschaft, die sieben Jahre vorher gegründet wurde. An der ETH sollten die Ingenieure und Wissenschafter ausgebildet werden, die der noch junge Staat für seine Industrie und seinen Erfolg brauchte. 

      Interessant dabei ist, dass die Professoren, die hier unterrichteten, vor allem aus dem Ausland stammten. Auch die Studierenden kamen hauptsächlich aus Deutschland und Russland. Es waren vor allem junge Männer. Erst 1895 erlangte die erste Frau ihr ETH-Diplom als Fachlehrerin in Naturwissenschaften, sie war Schweizerin.

    • Gründung der ETH

      Im Jahr 1855 nahm das Eidgenössische Polytechnikum – die spätere Eidgenössische Technische Hochschule ETH – ihren Betrieb auf. So unterstrich der junge Bundesstaat, wie wichtig ihm die Bildung und der technische Fortschritt waren. Die ETH trat in Zürich neben die Universität, die bereits 1834 gegründet worden war. In beiden Hochschulen stammte fast die Hälfte der Professoren aus dem Ausland – vor allem aus Deutschland. 

      Bild: Universität Zürich, um 1915

    • Besonders seit Mitte des 19. Jahrhunderts kommen viele Handwerker, Händler und auch Gelehrte in die Schweiz, hauptsächlich aus Deutschland. Andere kommen aus Italien und arbeiten in Fabriken aber auch auf Baustellen, wo sie helfen, Häuser, Eisenbahnstrecken und Strassen zu bauen. Ausländer waren auch wichtig für die Gründung der Hochschulen. Sie halfen, die Universitäten in Zürich (1833) und in Bern (1834) wie auch die ETH in Zürich (1855) aufzubauen. 

      Zu dieser Zeit ist es recht einfach, in die Schweiz zu kommen, um hier zu arbeiten, da die Schweiz Ausländer offen empfängt. Sie kann die Arbeitskräfte gut gebrauchen und insgesamt helfen diese, die Wirtschaft anzukurbeln.

    • Kaminfegerbub

      Seit dem 13. Jahrhundert bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sieben- bis vierzehnjährige Knaben aus den Tessiner und Bündner Südtälern nach Italien geschickt, um dort als lebende Besen die Kamine zu reinigen. Am meisten Kinder wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf diese Weise verdingt. Ihre Eltern sahen wegen ihrer Armut keinen anderen Ausweg. Die wenigen Franken, die die Eltern für das Kind erhielten, linderten jedoch keine Not. Entscheidend für das Überleben der Familien war, dass ein paar hungrige Mäuler weniger am Tisch sassen.

    • Dampflokomotive

      Dampflokomotive Rhein der Schweizerische Nordostbahn im Hauptbahnhof Zürich, um 1867. Im 19. Jahrhundert findet in der Schweiz die Erste Industrielle Revolution statt. Die Entstehung der Metallindustrie in dieser Zeit trägt beträchtlich zum Eisenbahnbau bei, und die Eisenbahn trägt dann ihrerseits wieder zum Handel und zur Versorgung der Bevölkerung bei. 

      Die abgebildete Lokomotive stammte ursprünglich von der Schweizerischen Nordbahn (Spitznamen: Spanisch-Brötli-Bahn), die am 1. Juli 1853 von der Schweizerische Nordostbahn übernommen wurde.

    • Abkommen mit Italien

      1868 ...schliessen die Schweiz und Italien zum ersten Mal einen Vertrag über die Ein- und Auswanderung ihrer Bürgerinnen und Bürger ab. In dem Abkommen steht, dass die Ein- und Auswanderung von Italienern in die Schweiz und von Schweizern nach Italien frei ist. Dieses Abkommen zeigt, wie offen die Länder damals der Einwanderung gegenüberstanden. 

      So steht in der Einleitung des Vertrages: «Der Bundesrat der Schweizerischen Eidgenossenschaft und Seine Majestät der König von Italien [haben beschlossen], von dem Wunsche geleitet, die freundschaftlichen Beziehungen, welche zwischen beiden Nationen bestehen, zu erhalten und zu befestigen und durch neue und freisinnigere Stipulationen dem nachbarlichen Verkehr zwischen den Bürgern beider Länder eine grössere Entwicklung zu geben.» 
       

      Das oben Geschriebene tönt komplizierter als es ist: Stipulationen sind Abmachungen. Und abgemacht wird, dass beide Länder in Freundschaft den Verkehr von Leuten und Waren erleichtern. Das Abkommen gilt von 1848 bis 1914. Menschen aus Italien dürfen in dieser Zeit also wann immer sie wollen in die Schweiz kommen um hier zu arbeiten und mit ihren Familien zu leben – wo immer sie wollen. Genauso können Menschen aus der Schweiz nach Italien gehen.

    • Abkommen mit Italien

      1868 schliessen die Schweiz und Italien ein Abkommen. Fortan dürfen die Bürgerinnen und Bürger Italiens und ihre Familien in die Schweiz einwandern und hier arbeiten. Das Abkommen ermöglicht der Schweiz unter anderem den Bau wichtiger Verkehrsnetze. Das Bild zeigt zwei Bauarbeiter des Simplontunnels (1895), das von Italien und der Schweiz gemeinsam gebaut wurde. 

      Quelle: Ringraziamo Marco Casali and Paola Vozza del Archivio Iconografico del Verbano Cusio Ossola www.archiviodelverbanocusioossola.com

    • Bau des Gotthardtunnels

      Bauarbeiter in Airolo beim Bau des Gotthardtunnels (1872–1880). Das Abkommen mit Italien von 1868 ermöglichte auch den Bau des Gotthardtunnels. Ohne die Hilfe zahlreicher ausländischer Arbeiter hätte dieser Bau nicht bewältigt werden können.

    • Das neue Bürgerrecht

      Im Jahr 1874 wird die jetzt 24 Jahre alte Bundesverfassung zum ersten Mal überarbeitet. Eine wichtige Neuerung ist, dass nun ein und dasselbe Schweizer Bürgerrecht für die ganze Schweiz gilt. Zuvor hatten die einzelnen Kantone nach eigenen Regeln über das Bürgerrecht bestimmt. 
       

      Im gesamtschweizerischen Bürgerrecht ist unter anderem eine neue Regel über die Einbürgerung festgelegt: Als Ausländer(-in) muss man wenigstens zwei Jahre in der Schweiz gewohnt und gearbeitet haben, bevor man einen Antrag zur Schweizer Bürgerschaft stellen darf.

    • Ritt in den Abgrund?

      Dieses Flugblatt von 1872 wendet sich gegen die bevorstehende Änderung der Bundesverfassung. Trotz der Drohung, dass Helvetia in den Abgrund reite, wird 1874 das Schweizer Grundgesetz erneuert. Jetzt regelt der Bund gesetzlich den Erwerb und Verlust des Bürgerrechts – und nicht mehr die einzelnen Kantone.

    • Auswanderung

      Die Zeit der Industrialisierung bringt viele Änderungen mit sich. Es gibt jetzt Fabriken und Eisenbahnen und gute Strassen. Die Menschen werden besser mit dem Lebensnotwendigen versorgt. Deshalb sterben nicht mehr so viele Kinder wie früher, und die Bevölkerungszahl wächst. Viele Bauernkinder wollen, wenn sie gross werden, nicht in der Fabrik arbeiten. Der kleine Hof ihrer Eltern reicht aber nicht aus, um alle zu ernähren. Deshalb wandern im 19. Jahrhundert viele Schweizer Familien und Einzelpersonen aus.

    • Die Schweiz wird ein Einwanderungsland

      1880 gibt es zum ersten Mal mehr Ein- als Auswanderung in der Schweiz. Während 1870 noch 5,7% Ausländer(-innen) in der Schweiz waren, sind es um 1900 bereits 11,6%. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg (1910) sind es 14,7%. Die Schweiz entwickelt sich also zu einem sogenannten Einwanderungsland in das mehr Menschen einwandern als auswandern.

    • Ausländer in der Schweiz

      Ab 1880 wandern zum ersten Mal mehr Menschen in die Schweiz ein als Schweizerinnen und Schweizer ins Ausland auswandern. Das bedeutet, dass die Schweiz zu einem Einwanderungsland wird. Der Ausländeranteil steigt immer mehr an, so dass er vor dem Ersten Weltkrieg 14,6% beträgt. Das bedeutet: von 20 Menschen, die in der Schweiz leben, sind 3 Ausländer. 

      Quelle: Arlettaz, Gérald (2000). La Suisse, terre d‘émigration et d‘immigration. Panorama.

    • «Bernstadt»

      Die Schweizer Kolonie «Bernstadt» in Laurel (Kentucky, USA) im Jahr 1881. Die Industrialisierung verändert die Schweizer Wirtschaft. Vor allem Bauern verlieren ihre Existenzgrundlage, viele wandern nach Nord- oder Südamerika aus. Während des letzen Drittels des 19. Jahrhunderts wird Amerika zum wichtigsten Auswanderungsgebiet nach Übersee. Das Bild zeigt eine Schweizerkolonie. Die Vermessungsinstrumente im Vordergrund deuten darauf hin, dass hier gebaut werden soll. 

      Quelle: Bundesarchiv Bern

    • Einwanderungswelle

      Zwischen 1850 und 1880 wandern schätzungsweise 105'000 Menschen in die Schweiz ein. Zwischen 1888 und 1910 sind es rund 260'000 Ausländerinnen und Ausländer. Die meisten kommen aus Deutschland und Italien: Zwischen 1888 und 1919 verdoppelt sich die Zahl der Deutschen von 112'000 auf 220'000, während die italienische Gemeinde zwischen 1900 und 1910 von 117'000 auf 203'000 wächst.

    • Erstes elektrisches Tram

      Ende des 19. und anfangs des 20. Jahrhunderts findet die Zweite Industrielle Revolution statt. Dabei entwickeln sich vor allem Industriesektoren wie der Maschinenbau, die Chemie und die Elektrotechnik. Diese Zeit bringt das erste elektrische Tram der Schweiz hervor, das ab dem Jahr 1888 zwischen Vevey und Chillon in der Westschweiz fährt. 

      Quelle: VMCV SA, Transports publics, Clarens

    • Lied von Tessiner Auswanderern

      Willst du mit mir kommen, Giulietta?
      Willst du mit mir nach Amerika kommen?
      Ja, ich würde mit dir kommen,
      wenn es hier in Mailand wäre!
      Aber nach Amerika, 
      das ist viel zu weit! 

      Quelle: swissinfo.ch

    • «Käfigturmkrawall»

      Die Schweizer Gesetze und die Verträge mit anderen Staaten regelten die Ein- und Auswanderung freizügig. Trotzdem gibt es in dieser Zeit auch negative Reaktionen in der Bevölkerung gegenüber von Ausländern. 

      1893 demolieren zum Beispiel arbeitslose schweizerische Bauarbeiter Baugerüste und verprügeln italienische Bauarbeiter in Bern. Die einheimischen Arbeiter werfen den ausländischen vor, für zu wenig Lohn zu arbeiten. Bald - so fürchten sie - müssten auch sie selbst für weniger Lohn arbeiten. Die Polizei nimmt daraufhin 14 Randalierer fest und sperrt sie im Käfigturm ein. Eine Protestversammlung verlangt ihre Freilassung und versucht, sie gewaltsam aus dem Käfigturm zu befreien. Da die Polizei die Protestierenden trotz Gewaltanwendung nicht vom Käfigturm vertreiben kann, muss schliesslich die Armee eingreifen, um den Krawall aufzulösen. Dieser Vorfall wird heute als «Käfigturmkrawall» bezeichnet.

    • «Italienerkrawall»

      Drei Jahre nach dem «Käfigturmkrawal» in Bern kommt es auch in Zürich zu einem Aufstand. Bei einem Streit sticht ein italienischer Maurer einen Elsässer nieder. Daraufhin geht eine Menschenmenge während mehrerer Tage auf Italiener los und zerstört nicht nur ihre Restaurants, sondern auch Wohnungen. Auch hier muss das Militär einschreiten, um den Krawall aufzulösen. Schweizer Arbeiter sind unzufrieden, weil ihre italienischen Kollegen für kleinere Löhne arbeiten als sie selbst. Die Schweizer fürchten, dass so auch ihre Löhne sinken.

    • Italienerkrawall in Zürich

      1896 kommt es in Zürich zum sogenannten Italienerkrawall – einer Auseinandersetzung zwischen Schweizern und Italienern. Dabei zerstören Schweizer Arbeiter Wohnungen und Restaurants von Italienern. Die randalierenden Schweizer werfen ihren italienischen Kollegen vor, dass diese zu kleineren Löhnen arbeiten als sie selber. Am 9. August 1896 berichtet sogar die in Rom erscheinende Zeitung «Corriere della Domenica» davon. 

      Quelle: Bundesarchiv Bern

    • Maggi-Suppe und Industrielle Revolution

      Im Jahr 1886 wird erstmals die Maggi-Fertigsuppe hergestellt und verkauft. Dieses Schweizer Produkt ist noch heute weltberühmt! Und es ist Teil einer Umwälzung, die wir heute «Industrielle Revolution» nennen. 

      Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts werden dank der neu entdeckten Dampfkraft Farbriken gebaut, wo Güter schneller und günstiger hergestellt werden können. Zu Beginn sind dies vor allem Textilien und Metallwaren. Wegen der grossen Umwälzungen, die dadurch in der Arbeitswelt ausgelöst werden, nennt man diese Zeit die «Industrielle Revolution». 

      Gegen Ende des 19. Jahrhunderts beschleunigen sich die Veränderungen noch. Jetzt werden die Möglichkeiten der neu entdeckten elektrischen Energie genutzt. Mit ihr können Maschinen und Lokomotiven angetrieben werden, und die Fabrikhallen können abends beleuchtet werden. Das Eisenbahnnetz wird in dieser Zeit weiter ausgebaut, es entstehen der Gotthard- und der Simplontunnel. Menschen und Güter können jetzt viel besser und schneller transportiert werden. 

      In den Fabriken werden jetzt mehr Menschen gebraucht und somit gibt es mehr Arbeitsstellen. Auch werden Leute gesucht, die besonderes Wissen mitbringen, um die Produkte zu verbessern. Insbesondere Deutsche und Engländer wandern in dieser Zeit ein und sie bringen das Fachwissen mit, das zum Aufbau der schweizerischen Maschinenindustrie beiträgt. 

      Den Arbeiterinnen und Arbeitern in den Fabriken geht es nicht besonders gut. Sie müssen viel arbeiten und sind häufig schlecht ernährt. Die Arbeiterinnen finden nicht mehr genug Zeit, für die Familien zuhause zu kochen. Kalte Speisen und Alkohol ersetzen oft warme Mahlzeiten. Dies führt zu Krankheiten, weshalb auch Kinder sterben müssen. So entwickelt Julius Maggi in seiner Mühle in Kemptthal (Kanton Zürich) neue Lebensmittel. Um die Ernährung der Leute zu verbessern, stellt er Lebensmittel aus eiweisshaltigen Gemüsen her. Diese werden in der Fabrik so getrocknet, gemahlen und gewürzt, dass man daraus schnell eine gesunde Mahlzeit herstellen kann. Seit 1886 wird die Maggi-Fertigsuppe hergestellt, die heute noch berühmt ist! Sie ist selber ein industriell hergestelltes Produkt und verweist gleichzeitig auf die menschlichen Nöte, die mit der Industrialisierung einher gingen. 

      In dieser Zeit entwickelt sich neben der Lebensmittelindustrie auch die Elektrotechnik und die chemische Industrie. Wir sprechen für diese Zeit von der «zweiten Industriellen Revolution».

    • Auswanderer auf einem überfüllten Dampfschiff

      Die Industrialisierung verändert die Schweizer Wirtschaft. Vor allem viele Bauern verlieren ihre Existenzgrundlage und ziehen es daher vor, nach Nord- oder Südamerika auszuwandern. Die Auswanderung findet damals per Schiff statt. Es gibt noch keine Flugzeuge! 1883 kostet die Reise von Basel nach New York mit allen Nebenkosten 150 Franken. Die Dauer der Schiffspassage beträgt 10 bis 15 Tage. Zudem sind die Dampfer oft hoffnungslos überfüllt, wie dieses Bild zeigt. 

      Quelle: Library of Congress

    • Georg Fischer AG im Schaffhauser Mühlental

      Mit der Industrialisierung im 19. Und anfangs des 20. Jahrhunderts nimmt die Nachfrage nach ausländischen Arbeitskräften immer mehr zu. Dank eines liberalen Einwanderungsregimes – in dem sich die Einwanderer frei niederlassen können und arbeiten dürfen – wandern zunehmend Arbeiter aus den Nachbarländern in die Schweiz ein. Diese tragen beträchtlich zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes bei. 

      Quelle: Keystone/Photoglob/Photochrom Collection

    • Farbenfabrik Geigy

      Farbenfabrik von Geigy am Riehenring in Basel um 1900. Ende des 19. und anfangs des 20. Jahrhunderts findet die Zweite Industrielle Revolution statt. Dabei entwickeln sich vor allem Industriesektoren wie der Maschinenbau, die Chemie und die Elektrotechnik. Die Chemieindustrie stellt nicht nur Heilmittel her sondern auch Chemikalien und Farbstoffe. 

      Quelle: Novartis

    • 1914–1918: Erster Weltkrieg

      Der Erste Weltkrieg bricht am 1. August 1914 zwischen den sogenannten «Mittelmächten» und der «Entente» aus. Die Mittelmächte sind Deutschland und Österreich, später kommen die Türkei und Bulgarien dazu. Die Entente («Einvernehmen», Bündnis), bestegt azs Frankreich, England, Russland, Serbien und Montenegro, später kommen Italien und die USA dazu. Der Krieg dauert bis 1918 und endet mit der Niederlage der Mittelmächte. Ungefähr 17 Millionen Menschen verlieren im Krieg ihr Leben! 

      Die Schweiz ist an diesem Krieg nicht militärisch beteiligt. Doch ist sie nicht weit vom Kriegsgeschehen entfernt. Vor dem Ausbruch des Kriegs hatte die Schweiz mit den Nachbarländern einen regen Austausch von Rohstoffen, Waren und Arbeitskräften. Jetzt hat sie nur noch wenige Handelspartner. Es fehlt ihr an Kohle und Metall, und viele Leute verlieren ihre Arbeit. Für diese Menschen wird das Leben sehr hart. Sie können kein Geld verdienen und ihre Familien kaum mehr ernähren. 1918 gibt es deswegen einen grossen Streik, den Landesstreik.

    • Ausbruch des Ersten Weltkrieges

      Im August 1914 bricht der Erste Weltkrieg aus. Viele italienische Emigranten kehren deshalb in ihr Heimatland zurück. Es sind ca. 200 000 italienische Emigranten, die nicht nur von der Schweiz aus, sondern auch von Deutschland, Frankreich und Belgien über die Schweiz nach Italien fahren. Viele von ihnen durchqueren die Stadt Basel. Das Bild zeigt italienische Rückkehrende, die auf einem Fussballplatz in Basel auf ihre Weiterfahrt warten. Der Konsumverein verteilt an die Wartenden Milch und Brot. 

      Foto: 4. Aug. 1914, Flüchtlinge auf der Pruntruttermatte in Basel

      Quelle: Fotoarchiv Felix Hoffmann Basel, Inv.-Nr. ABC 235

    • 1914-1946: Die grosse Rückkehr

      Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts ist von zwei Weltkriegen und dazwischen von einer schweren wirtschaftlichen Krise bestimmt. Es gibt viele Arbeitslose, und die Versorgung mit dem Nötigsten ist schwierig. 


      Jetzt verändert sich die Stimmung auch gegenüber von Ausländern. Die Einreise und der Aufenthalt von ausländischen Arbeitskräften und von Flüchtlingen wird streng reguliert. Die Schweiz schafft neu eine «Fremdenpolizei», die darüber wachen soll, dass eine befürchtete «Überfremdung» der Schweiz verhindert wird. Gleichzeitig kehren wegen der Kriege und der Wirtschaftskrise viele Ausländer wieder in ihre Heimatländer zurück. 

      Mehr darüber im Text zur Epoche 1914-1945 (PDF)

    • Der Erste Weltkrieg

      Die Schweiz bleibt während dem Ersten Weltkrieg von militärischen Angriffen verschont. Trotzdem ist sie von der Dauer und der Nähe des Krieges betroffen. Viele Leute verlieren ihre Arbeit. Das Bild zeigt Schweizer Füsiliere, welche während des Ersten Weltkriegs den Grabenkampf üben. 

      Quelle: Keystone/Handout

    • Gotthardverkehr im Ersten Weltkrieg

      Das Bild zeigt einen Bähnler (Bahnbeamten), welcher das Portal des Gotthardtunnels in Göschenen bewacht. Der Handel mit Gütern über die Grenzen der Nachbarländer ist während dem Krieg kaum noch möglich. Deshalb leiden grosse Teile der Schweizer Wirtschaft und somit der Bevölkerung an den Auswirkungen des Krieges. 

      Quelle: Sammlung Carl Waldis, Altdorf

    • Die eidgenössische Fremdenpolizei

      Gegen Ende des ersten Weltkrieges wird in Bern die Eidgenössische Fremdenpolizei eingerichtet. Sie soll die Einreise und die Niederlassung der Ausländer kontrollieren. 1921 wird sie sogar damit beauftragt, die «Überfremdung» der Schweiz zu verhindern. Von nun an müssen Menschen mit ausländischem Pass eine Arbeitsbewilligung haben, bevor sie sich niederlassen, also hier wohnen dürfen.

    • Gründung der Fremdenpolizei

      1917 wird die Eidgenössische Zentralstelle der Fremdenpolizei gegründet, um die Einreise und die Niederlassung der Ausländer besser kontrollieren zu können. 

      Das Bild zeigt Heinrich Rothmund (1888-1961). Er ist bis 1929 der Leiter der Fremdenpolizei und bis 1954 Leiter der Polizeiabteilung des Justiz- und Polizeidepartements. Er prägte die Migrationspolitik der Bundesverwaltung bis nach dem Zweiten Weltkrieg. 

      Quelle: Keystone/Photopress-Archive/H.

    • Landesstreik

      In den vier Jahren des Ersten Weltkrieges werden die Arbeiter und Arbeiterinnen immer ärmer. Die Preise verdoppelen sich während der Kriegsjahre, die Löhne der Arbeiterschaft bleiben aber gleich. Nur ein Teil der Unternehmen – vor allem die Waffenindustrie – sowie die Bauernbetriebe können vom Krieg profitieren, weil sie ihre knappen Güter gut verkaufen können. 

      Viele aus dem Ausland Zugewanderte verlieren in dieser Zeit ihre Arbeit und gehen deshalb zurück in ihre Heimatländer. 1918 lebt ein Sechstel der Schweizer Bevölkerung in Armut. 

      Aufgrund dieser schlimmen Situation stellt die Arbeiterschaft Forderungen an die Schweizer Regierung. Der Bundesrat antwortet hierauf jedoch mit militärischen Drohungen. Daraufhin beginnt die Arbeiterschaft im ganzen Land ihre Arbeit niederzulegen und zu streiken. Der grosse Streik von 1918 wird deshalb Landesstreik genannt. 

      Nach drei Tagen ist der Streik beendet: Die Demonstranten werden sogar von der Schweizer Armee beschossen und müssen sich ergeben. Trotzdem haben sie mit ihrem Streik Veränderungen bewirkt. Das Wahlrecht wird so geändert, dass auch die Vertreter der Arbeiterschaft in den Nationalrat gewählt werden können. Auch wird die 48-Stundenwoche eingeführt und Arbeitsverträge werden einheitlicher. Zudem werden die Altersvorsorge und die Arbeitslosenfürsorge ausgebaut. 

      Der Schutz vor den Risiken des Arbeitslebens gilt allerdings nur für Schweizer Arbeitskräfte. Für Unternehmen ist es nach dem Krieg deshalb billiger, ausländische Arbeitskräfte einzustellen. Wegen der schlechten Wirtschaftslage kommen allerdings nicht mehr viele in die Schweiz.

    • Generalstreik

      Während der Kriegsjahre profitieren ein Teil der Unternehmer sowie die Bauern vom Krieg, während die Bevölkerung immer ärmer wird. Wegen diesen Missständen stellt die Arbeiterschaft mehrere Forderungen und es kommt 1918 zum Landesstreik. 

      Auf dem Foto sieht man Streikende und die Kavallerie auf dem Paradeplatz in Zürich.

    • Überfremdung?

      Mit dem Ersten Weltkrieg und der darauf folgenden schlechten Wirtschaftslage verändert sich die Stimmung in der Bevölkerung gegenüber von Ausländern. In der Schweiz kommt eine Angst vor einer «Überfremdung» des Landes auf. Dieses Wahlplakat von 1919 zeigt einen wehrhaften Eidgenossen, der gegen ein Ungeheuer kämpft, das sein Land bedroht. «Klauen weg! – Die Schweiz den Schweizern» heisst der Kampfruf gegen die «Überfremdung». 

      Quelle: Graphische Sammlung, Schweizerische Nationalbibliothek Bern

    • 1925/1934: Landesweite Ausländerpolitik

      1925 stimmen die Schweizer in einer Abstimmung einem neuen Artikel der Bundesverfassung zu. Neu soll der Bund die Ein- und Ausreise, den Aufenthalt und die Niederlassung von Ausländern mit Gesetzen regeln. Fortan sollen Ausländer nur noch in die Schweiz kommen dürfen, wenn dies der Schweizer Wirtschaft nützt und wenn sie nicht zur «Überfremdung» beitragen. Beim Entscheid wird auch die Religion der Ausländer und deren Herkunft berücksichtigt. So dürfen Leute aus dem Balkan oder Juden aus Osteuropa kaum mehr in der Schweiz arbeiten. 

      Das neue Gesetz bestimmt aber nicht nur über die Einreise. Es bestimmt auch über die Rechte der Ausländer(-innen) und darüber, wie sie sich im Land bewegen dürfen. 

      Die Ausländer werden jetzt in drei Gruppen eingeteilt.
      1. Solche, die für eine Saison bleiben dürfen, also bis zu 9 Monate. Sie werden Saisonniers genannt.
      2. jene, die bis zu einem Jahr bleiben dürfen.
      3. jene mit der sogenannten Niederlassungsbewilligung C, die für immer bleiben dürfen. 

      Dieses Bundesgesetz galt ab dem Jahr 1934. Es prägte die Ausländerpolitik der Schweiz bis ins Jahr 2008.

    • Grosse Depression

      Zwischen 1914 und 1939 entwickelt sich die Schweizer Wirtschaft nur wenig und Arbeitskräfte werden nicht mehr so sehr gebraucht wie vor dem Ersten Weltkrieg. 

      Vor allem zwischen 1929 und 1932 bekommt die Schweizer Wirtschaft die Weltwirtschaftskrise (auch Grosse Depression genannt) zu spüren. Hauptsächlich die Bauern und die Exportbranche sind davon betroffen. Die Exportbranche sind die Unternehmen, die Waren ins Ausland verkaufen. 

      Diese Wirtschaftskrise erhöht die Arbeitslosigkeit massiv. Es braucht deshalb auch keine neuen Arbeitskräfte aus dem Ausland. Und die Ausländer, die arbeitslos werden, müssen die Schweiz verlassen. 

      Erst gegen Ende des Zweiten Weltkrieges geht es der Schweizer Wirtschaft langsam wieder besser. Jetzt werden auch wieder vermehrt ausländische Arbeitskräfte gebraucht.

    • 1914–1944: Entwicklung der Immigration

      Nach dem Ersten Weltkrieg werden die Einreise und der Aufenthalt von Ausländern strenger kontrolliert und eingeschränkt. Darum versiegt die Einwanderung zwischen dem ersten und dem Zweiten Weltkrieg fast vollständig. 

      Zu dieser Zeit wandern auch sehr viele Menschen in ihr Land zurück oder in ein anderes Land aus. Die Zahl der Ausländer in der Schweiz nimmt ab, zwischen 1910 und 1920 um 110'000 Menschen, zwischen 1930 und 1941 ingesamt um weitere -56'000 Menschen. 

      Während also 1910 noch 14,7% der Schweizer Bevölkerung einen ausländischen Pass haben, sind es 1920 noch 10,4% und 1930 gar nur noch 8,8%. 1941 (während des Zweiten Weltkrieges) sinkt der Anteil auf nunmehr 5,2%.

    • Drei verschiedene Aufenthaltsbewilligungen

      Seit dem Ende des Ersten Weltkrieges wandelt sich die Schweizer Einwanderungspolitik von einem liberalen zu einem restriktiven Regime. Das Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG) von 1934 teilt die Ausländer in drei Kategorien ein: Es gibt die Saisonniers, welche einen Ausländerausweis A bekommen und somit maximal neun Monate in der Schweiz bleiben können, die Jahresaufenthalter mit dem Ausländerausweis B und Personen, welche sich dank des Ausländerausweises C definitiv in der Schweiz niederlassen dürfen. 

      Quelle: Keystone/Gaetan Bally

    • 1933–1945: Jüdische Flüchtlinge

      In den 1930er Jahren geht es den Ländern Europas wirtschaftlich schlecht. Die Schweiz ist zudem umringt von faschistischen Staaten wie Deutschland, Italien und später auch Österreich und dem von Deutschland besetzten Frankreich. Faschistische Staaten werden von Diktatoren geführt, die Andersdenkende verfolgen und die ihre Staatsgewalt besonders mithilfe des Militärs und der Polizei gewaltsam durchsetzen. In den faschistischen Staaten werden zu dieser Zeit besonders auch die Juden verfolgt und ermordet. 

      Wegen der Wirtschaftskrise und aus Angst vor den faschistischen Staaten entscheidet der Bundesrat, jüdische Flüchtlinge nicht als politische Flüchtlinge zu behandeln. Sie haben deshalb kein Anrecht auf Schutz und Asyl. Die Schweiz erlaubt den jüdischen Flüchtlingen also nicht, in der Schweiz zu leben. Sie dürfen lediglich für kurze Zeit in die Schweiz kommen, um dann aber in andere Länder weiterzureisen. 
       

      Ab 1938 wird die Judenverfolgung in Deutschland und Österreich immer schlimmer. Viele jüdische Flüchtlinge suchen in der Schweiz Schutz. Nun verlangt jedoch die Schweiz von Deutschland Wege, diesen Zustrom von jüdischen Flüchtlingen stärker zu kontrollieren. Ab dem 5. Oktober 1938 kennzeichnet das deutsche Nazi-Regime alle deutschen und österreichischen Pässe von Juden mit einem Stempel mit einem roten «J». Auf diese Weise können die Schweizer Zollbeamten gleich erkennen, wer ein jüdischer Flüchtling ist, und können entscheiden, diesen nicht in die Schweiz einreisen zu lassen.
      So werden an der Schweizer Grenze viele jüdische Flüchtlinge abgewiesen. Viele von ihnen sterben später in einem Vernichtungslager der Nazi («Konzentrationslager» oder «KZ» genannt). Manche kommen aber auch heimlich über die Grenze und werden von Schweizern versorgt und versteckt – und so gerettet.

    • 1939–1945: Zweiter Weltkrieg

      Am 1. September 1939 bricht der Zweite Weltkrieg aus, der bald noch schrecklicher als er Erste wird. Der Zweite Weltkrieg wird von den sogenannten «Achsenmächten» Deutschland, Italien und Japan, gegen die «Alliierten» USA, Grossbritannien, Frankreich und die Sowjetunion, geführt. 6 Jahre später ist halb Europa zerstört, Deutschland und Italien sind besiegt, und am 2. September 1945 gibt auch Japan auf, nachdem die USA mit zwei Atombomben die Städte Hiroshima und Nagasaki zerstört und unzählige Menschen so getötet hatten. 

      Die Schweiz bleibt während des Zweiten Weltkrieges neutral. Sie will weder den Alliierten angehören, noch den Achsenmächten. Dennoch schliesst sie ihre Grenzen, was dazu führt, dass fast niemand mehr einwandert. Während des Krieges kommen fast nur geflohene Kriegsgefangene, geflohene Soldaten oder zivile Flüchtlinge in die Schweiz. Einige Flüchtlinge werden aufgenommen, für andere wird eine Weiterreise in ein anderes Land organisiert, zum Beispiel nach Australien oder Argentinien. Viele werden aber auch an der Grenze zurückgewiesen und so in ihr Herkunftsland in den sicheren Tod zurückgeschickt. 

    • Bewegungsfreiheit im 20. Jahrhundert

      Der in Wien geborene Schriftsteller Stefan Zweig hat mit diesen Worten in seiner 1942 erschienenen Autobiographie „Die Welt von gestern“ die Einschränkung der Bewegungsfreiheit im 20. Jahrhundert so beschrieben: «In der Tat: nichts vielleicht macht den ungeheuren Rückfall sinnlicher, in den die Welt seit dem ersten Weltkrieg geraten ist, als die Einschränkung der persönlichen Bewegungsfreiheit des Menschen und die Verminderung seiner Freiheitsrechte. Vor 1914 hatte die Erde allen Menschen gehört. Jeder ging, wohin er wollte und blieb, solange er wollte. Es gab keine Erlaubnisse, keine Verstattungen, und ich ergötze mich immer wieder neu an dem Staunen junger Menschen, sobald ich ihnen erzähle, dass ich vor 1914 nach Indien und Amerika reiste, ohne einen Pass zu besitzen oder überhaupt je gesehen zu haben. Man stieg ein und stieg aus, ohne zu fragen und gefragt zu werden, man hatte nicht ein einziges von den hundert Papieren auszufüllen, die heute abgefordert werden. Es gab keine Permits, keine Visen, keine Belästigungen; dieselben Grenzen, die heute von Zollbeamten, Polizei, Gendarmerieposten dank des pathologischen Misstrauens aller gegen alle in einen Drahtverhau verwandelt sind, bedeuten nichts als symbolische Linien, die man ebenso sorglos überschritt wie den Meridian in Greenwich.»

    • Flüchtlinge

      Am Ende des Zweiten Weltkrieges fliehen viele tausend Menschen in die Schweiz. Dabei kommen vor allem viele KZ-Häftlinge, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter. Das Bild zeigt die Ankunft in St. Margarethen eines solchen Flüchtlingsstroms im Frühling 1945. 

      Quelle: Keystone/Photopress-Archiv/DM

    • 1946-1962: Arbeitskräfte gesucht!

      Das grosse Kommen und Gehen
      Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geht es der Schweiz gut. Die Leute haben Arbeit und verdienen so viel Geld, dass sie sich immer mehr von den neuen Dingen leisten können, die es jetzt zu kaufen gibt: einen Kühlschrank, einen Fernseher oder sogar ein Auto. Es werden auch zahlreich neue Häuser gebaut, und in den Fabriken gibt es viel Arbeit. Also werden Arbeitskräfte gebraucht, und davon gibt es in der Schweiz zu wenige. So laden die Baugeschäfte und die Fabriken italienische Männer ein, in der Schweiz zu arbeiten. Ihr Land ist durch den Zweiten Weltkrieg stark geschwächt, zahlreiche Fabriken sind zerstört, und viele Menschen sind arm und suchen Arbeit. Und so kommen viele Italiener in die Schweiz. Einige Leute in der Schweiz fühlen sich aber unwohl dabei, dass es nun viele Fremde im Land gibt. Sie haben Angst vor einer 

      1946-1962: Arbeitskräfte gesucht!

      Für die italienischen Arbeiter ist die Lage traurig. Sie müssen hart arbeiten und wohnen in einfachen Baracken. Sie dürfen aber keine Familie haben oder diese nur während drei Monaten im Jahr in Italien besuchen. Das bedrückt auch viele Schweizer. Der Schriftsteller Max Frisch beschreibt die Situation im Jahr 1965 mit einem treffenden Satz: «Wir riefen Arbeitskräfte und es kamen Menschen». 

      Mehr darüber im Text zur Epoche 1946-1962 (PDF)

    • Arbeitermangel in der Schweiz

      Der Vorsteher des Arbeitsamtes der Stadt Zürich, Dr. Gridazzi, gibt Auskunft über die Praxis der Einwanderungspolitik. Es gilt, die unerwünschte "Überfremdung" in Einklang zu bringen mit dem Bedarf nach Arbeitern vor allem in der Landwirtschaft, im Baugewerbe und in der Hotellerie. 

      Quelle: Radio DRS, Interview mit Dr. Gridazzi, Echo der Zeit, 30.10.1947 (Band 2416)

    • Abkommen zwischen Italien und der Schweiz

      1948 vereinbart die Schweiz die ersten sogenannten Gastarbeiterverträge mit Italien. Durch sie soll die Einwanderung der Italiener als Gastarbeiter geregelt werden. Mit der Festlegung dieser Verträge kann geklärt werden, wie viele Menschen für wie lange und unter welchen Bedingungen in die Schweiz zur Arbeit kommen dürfen. 

      Viele Einwanderer, die in die Schweiz kommen, sind solche, die als «Saisonniers» hier arbeiten wollen, um ihre Familien daheim zu ernähren. Zuerst sind dies hauptsächlich die italienischen Staatsangehörigen. Ihr Land ist durch den Zweiten Weltkrieg stark geschwächt und viele Menschen sind arm und suchen Arbeit. Schon nach 1945 kommen viele Italiener in die Schweiz. Die Schweiz ist sehr an ihnen interessiert, denn sie sucht Arbeitskräfte, um die Wirtschaft zu fördern. 

      Dank des Abkommens können die italienischen Saisonniers nun eine sogenannte B-Bewilligung erwerben. Diese ist ein Jahr gültig und erlaubt ihnen, während neun Monaten in der Schweiz zu arbeiten. Wenn die Arbeiter zehn Jahre lang eine B-Bewilligung erhalten haben, können sie eine C-Bewilligung erhalten. Diese gibt ihnen das Recht, sich niederzulassen und mit der Familie unbefristet, also so lange sie wollen, in der Schweiz zu bleiben. 

      In der ersten Zeit beantragen die Schweizer Arbeitgeber beim italienischen Konsulat die Rekrutierung von Arbeitskräften aus Italien. Auf diese Weise wollen beide Länder die Kontrolle über die Migration behalten. In der Schweiz wird die Immigration vom Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (BIGA) gesteuert. Mit der Zeit kommen die italienischen Arbeitskräfte aber auf eigene Faust in die Schweiz. 

      Die Lebensbedingungen der Saisonniers sind sehr hart. Die Gastarbeiter müssen viel arbeiten und wohnen in sehr einfachen Baracken. Daher werden bald nach dem ersten Abkommen mit Italien erste Forderungen nach besseren Arbeits- und Lebensbedingungen von italienischer Seite laut. Auf dem Zeitstrahl findet sich eine «Filmwochenschau» aus dem Jahr 1970, in der die Lebensbedingungen der Gastarbeiter geschildert werden.

    • Der Marronimann in Zürich

      1948 vereinbart die Schweiz mit Italien die ersten sogenannten Gastarbeiterverträge, um die Immigration italienischer Saisonniers zu regeln. Mit der Festlegung der Verträge wird geklärt, wie viele Menschen wie lange und unter welchen Bedingungen in die Schweiz kommen dürfen. Das Bild zeigt einen typischen Beruf, in dem italienische Saisonniers in der Schweiz arbeiteten. Und es zeigt, dass mit den Arbeitern auch italienische Kultur in den Norden kam! 

      Quelle: Schweizerisches Nationalmuseum, NEG-144831

    • Genfer Flüchtlingskonvention

      1951 unterschreibt die Schweiz die sogenannte «Genfer Flüchtlingskonvention», und diese tritt 1954 in Kraft. Die Schweiz verpflichtet sich damit, Flüchtlinge aufzunehmen, wenn diese aus bestimmten Gründen in ihrem Heimatland verfolgt werden. Diese Gründe umfassen die Verfolgung aufgrund der «Rasse», Herkunft, Religion, politischer Aktivität und andere mehr.

      Vor 1945 war das noch anders, denn da wurden Flüchtlinge nur in der Gruppe aufgenommen, nicht aber einzelne Personen. Mit der «Genfer Flüchtlingskonvention» akzeptiert die Schweiz jetzt auch einzelne Menschen als Flüchtlinge, wenn sie in ihrer Heimat verfolgt werden. Damit gehört die Schweiz nun auch zu 160 Ländern der Welt, die die Genfer Flüchtlingskonvention bis 1951 unterschrieben hatten.

    • Neues Bürgerrechtsgesetz:

      1952 gibt es ein neues Bürgerrechtsgesetz. Dieses legt fest, wer Schweizer oder Schweizerin ist, wie man das werden kann und wie man das Schweizer Bürgerrecht verliert. Bis 1952 verloren Schweizer Frauen ihr Schweizer Bürgerrecht automatisch, wenn sie einen Ausländer heirateten. Sie mussten dann die Staatsbürgerschaft des Ausländers annehmen. Heiratete zu dieser Zeit eine Schweizerin zum Beispiel einen Italiener, wurde sie auch zu einer Italienerin und war nicht mehr Schweizerin. Heiratete aber ein Schweizer Mann eine Ausländerin, so blieb er weiterhin Schweizer, seine Frau musste aber ihre bisherige Staatsbürgerschaft abgeben und Schweizerin werden. Wenn also eine Italienerin einen Schweizer heiratete, so wurde sie eine Schweizerin. 

      Gerade der Zweite Weltkrieg erschwerte den Schweizerinnen im Ausland eine Rückkehr in ihre Heimat, da sie kein Bürgerrecht mehr hatten. Mit dem neuen Bürgerrecht soll diese Situation nun verändert werden. Ab 1952 können Schweizerinnen bei der Heirat mit einem Ausländer das Schweizer Bürgerrecht behalten. Die Schweizerinnen, die ihre Staatsbürgerschaft in den Jahren davor abgeben mussten, können sie jetzt wieder zurückverlangen. Auch die Einbürgerung der Kinder wird erleichtert. Kinder können jetzt also leichter Schweizer werden als vorher.

      Das neue Einbürgerungsgesetz regelt auch die Einbürgerung von Ausländern, die seit langem in der Schweiz leben. Die bisherige Frist von zehn Jahren wird auf zwölf Jahre verlängert. Das heisst, ein Ausländer kann erst nach zwölf Jahren einen Antrag auf Einbürgerung stellen. Der Grund für diese Fristverlängerung liegt in dem Glauben begründet, dass die Ausländer mehr Zeit brauchen, um sich in der Schweiz zu integrieren und sich als Schweizer zu fühlen. 

    • Immigration von Frauen

      Neben den italienischen Staatsangehörigen kommen nun auch vor allem deutsche und österreichische Frauen in die Schweiz. Sie arbeiten hauptsächlich im Service-Bereich. Darunter versteht man zum Beispiel die Arbeit im Haushalt oder in der Kinderbetreuung oder auch als Krankenschwester im Krankenhaus, im Textilsektor oder der Lebensmittelindustrie.

    • Ungarnflüchtlinge

      Im Oktober 1956 kommen ca. 12‘000 Flüchtlinge aus Ungarn in die Schweiz, weil es in ihrem Heimatland einen Aufstand gegen die kommunistische Diktatur gibt. Es sind viele Studenten, Auszubildende und Arbeiter unter den Flüchtlingen. Als sie mit den Sonderzügen eintreffen, werden sie mit offenen Armen empfangen und bekommen Kleider und Essen. Sie werden bei ihrer Ankunft in Kasernen oder Hotels untergebracht und danach auf die Kantone verteilt. Die Regierung verleiht bald allen Ungarnflüchtlingen einen dauerhaften Aufenthaltsstatus. Viele nehmen ihr Studium oder ihre Ausbildung wieder auf. Es gibt auch Schweizer, die ihnen Arbeit oder auch Unterkünfte anbieten. So integrieren sich die Ungarnflüchtlinge sehr schnell in der Schweizer Gesellschaft.

    • Flüchtlinge aus Ungarn

      Im Oktober 1956 kommen ungefähr 12 000 Flüchtlinge aus Ungarn in die Schweiz. Sie flüchten, weil in ihrem Heimatland ein Aufstand gegen die kommunistische Regierung und gegen die sowjetische Besatzungsmacht niedergeschlagen wird. Diese Filmwochenschau befasst sich mit dem Thema. 

      Quelle: UNGARN-FLÜCHTLINGE, Réfugiés hongrois, Serientitel: Schweizer Filmwochenschau (SFW) 16.11.1956 (Original Signatur: 745-2) www.cinematheque.ch

    • Die Schweiz nimmt ungarische Flüchtlinge auf.

      Am 23.Oktober 1956 begann der Volksaufstand in Ungarn. Kurz nach dem Einmarsch der Sowjets flüchteten 200'000 Ungarn nach Westeuropa. 14'000 davon wurden in der Schweiz aufgenommen.
      50 Jahre später erinnert sich der Historiker und Journalist Andreas Oplatka im "swissinfo"-Interview an dieses schmerzhafte Kapitel. 

      Quelle: Interview vom 23. Oktober 2006, www.swissinfo.ch

    • Abkommen mit Spanien

      1961 entschliesst die Schweiz sich dazu, Migrationsabkommen auch mit anderen Ländern abzuschliessen. So wird 1961 ein Abkommen mit Spanien abgeschlossen, mit dem die Immigration der Spanier als Gastarbeiter geregelt wurde. Ein Grund, vermehrt Spanier anzuwerben war unter anderem ein Unbehagen gegenüber den vielen italienischen Gastarbeitern. Man wollte die Herkunft der Saisonniers «diversifizieren», also erreichen, dass Gastarbeiter aus unterschiedlichen Ländern in die Schweiz kommen. 
       

       

      Es wandern in der darauffolgenden Zeit viele Spanier in die Schweiz ein. Spanien leidet unter der Nachkriegszeit wie auch unter der politischen Situation unter dem Diktator Franco. Bereits seit 1958 reisten Spanier mit einer Touristenbewilligung in die Schweiz ein, um Arbeit zu finden. Mit dem Gastarbeitervertrag können Spanier nun einfacher in der Schweiz Arbeit finden und so den Unterhalt für ihre Familien verdienen.

    • 1963-1973: Versuch der Beschränkung

      Zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges gibt es in der Schweiz vermehrt Leute, die nicht wollen, dass mehr ausländische Arbeitskräfte in der Schweiz arbeiten. Sie schaffen eine fremdenfeindliche Stimmung zu einer Zeit, in der die Zahl der Zuwanderer in der Schweiz wächst und zudem Italien bessere Arbeitsbedingungen für die italienischen Saisonniers fordert, die in der Schweiz arbeiten. Die neue politische Bewegung will mittels mehrerer Initiativen die Zahl der Ausländer und Ausländerinnen in der Schweiz verringern. Die Industriebetriebe brauchen aber dringend Arbeitskräfte! 

       

      Dem Bundesrat gelingt es, das Schweizer Stimmvolk zu überzeugen, jede dieser Initiativen abzulehnen. Dafür muss er «Kontingentierungen», also Beschränkungen der Einwanderung einführen. Diese Beschränkungen haben jedoch nur eine geringe Wirkung, und die ausländische Bevölkerung wächst weiter. Sie wächst, weil vermehrt die Familien der Gastarbeiter, also die Frauen und Kinder, beim Ehemann beziehungsweise Vater in der Schweiz leben dürfen. Es werden in der Schweiz jetzt auch Kinder von Ausländern geboren, und viele Saisonniers kommen schon so lange in die Schweiz, dass sie eine Aufenthaltsbewilligung erhalten. 

       

      Bei der Volkszählung von 1970 überschreitet die Zahl der Ausländer zum ersten Mal die Marke von einer Million. 


      Mehr darüber im Text zur Epoche 1963-1973 (PDF)

    • Die erste «Überfremdungs-Initiative»

      1964 lanciert die Demokratische Partei des Kantons Zürich die erste Initiative gegen die «Überfremdung». Sie fordert darin eine starke Reduktion des Ausländeranteils von damals ca. 17% auf maximal 10%. Der Bundesrat hält diese Initiative für übertrieben, weil die Wirtschaft, um weiter zu wachsen, die ausländischen Arbeitskräfte dringend braucht. Er schlägt also einen Rückgang um 3% bis im Jahre 1968 und von 2% im Jahre 1969 vor. Daraufhin wird diese erste «Überfremdungsinitiative» zurückgezogen.

    • Integration will gelernt sein

      Es kommt vor, dass Familien von italienischen Einwanderern in die Schweiz nachziehen. Da stellt sich die Frage: Wie sollen die fremdsprachigen Kinder in die Schule integriert werden? Im Juni 1964 befasst sich der Lehrerverein der Westschweiz mit dem Thema, die Schweizer Filmwochenschau berichtet darüber. 

      Achtung: Archive der Cinémathèque suisse bis 2018 geschlossen 

      Quelle: Fremdarbeiter und Schule, Travailleurs étrangers: Schweizer Filmwochenschau (SFW) vom 05.06.1964 (Original: Signatur 1118-3, Cinématèque Suisse).

    • 1946–1975: Die 30 Goldenen Jahre

      Nach dem Zweiten Weltkrieg geht es der Schweiz wirtschaftlich sehr gut. Sie ist nicht durch den Krieg geschwächt und ihre Industrie kann weiter produzieren. In den anderen europäischen Ländern ist dies anfangs anders, denn sie müssen ihre Länder wieder aufbauen und können noch nicht in die Industrie investieren wie die Schweiz. Die Wirtschaft der Schweiz floriert sehr bald; später schliessen sich auch die anderen Staaten dieser Entwicklung an. Diese Zeit des steten wirtschaftlichen Aufschwungs und Wohlstands nennt man heute die «30 Goldenen Jahre» oder auch auf französisch «Les Trente Glorieuses».

      Während Menschen in anderen europäischen Ländern zunächst unter Arbeitslosigkeit leiden, gibt es zu dieser Zeit in der Schweiz eine grosse Nachfrage nach Arbeitskräften. Man braucht sogar mehr Menschen, um die Arbeit zu bewältigen, als es in der Schweiz gibt. Daher lädt die Schweiz Arbeitskräfte aus dem Ausland ein, die als Gastarbeiter hier arbeiten sollen. 
       

      In dieser Zeit kommen insbesondere viele italienische Gastarbeiter, um in der Industrie zu arbeiten. Sie arbeiten vor allem in der Stahl-, Bau- und Maschinenindustrie und tragen besonders zum Wirtschaftswachstum in der Schweiz bei. Auch kommen Frauen, besonders aus Österreich und Deutschland, die hauptsächlich im Haushalt arbeiten oder sich um Kinder und alte Menschen kümmern. 

      Gleichzeitig sind viele Schweizerinnen und Schweizer den Saisonniers aus dem Ausland gegenüber aber auch skeptisch eingestellt. Die Gewerkschaften, die ihre Aufgabe darin sehen, die Rechte der Arbeitnehmer zu sichern, befürchten, dass zu viele ausländische Menschen kommen, die dauerhaft bleiben werden. Sie befürchten, dass – wenn die Wirtschaft irgendwann schlechter läuft – die vielen Menschen kein Auskommen mehr finden werden und so zu einer Belastung für alle werden.

    • 1963-1973: Zunahme und Diversifizierung der ausländischen Wohnbevölkerung

      1963 einigen sich die Schweiz und Italien auf ein neues Abkommen, das den Aufenthalt der Saisonniers in der Schweiz regelt. Durch das Abkommen mit Italien bekommen die Saisonniers nun automatisch eine Aufenthaltsbewilligung (B) nach 5 Jahren, wenn sie während dieser Zeit 45 Monate in der Schweiz gearbeitet haben. In dieser Zeit ziehen auch viele Familien zu ihren Angehörigen in die Schweiz und andere bekommen in der Schweiz weitere Kinder. Somit nimmt die ausländische Bevölkerung in dieser Zeit zu.

    • Flüchtlinge

      1963 waren ungefähr 1000 tibetische Flüchtlinge in die Schweiz gekommen. In ihrer Heimat gab es Krieg, ihr Land wird von China besetzt. Die Flüchtlinge wurden mithilfe der Vereinten Nationen in die Schweiz gebracht. In den darauffolgenden Jahren kommen noch weitere Flüchtlinge aus Tibet hinzu.

      Fünf Jahre später, 1968, flüchten 12 000 Menschen aus der damaligen Tschechoslowakei (heute Tschechien und Slowakei) in die Schweiz. Sie flüchten, weil in ihrer Hauptstadt ein Aufstand der Bevölkerung (der «Prager Frühling») vom Militär und der kommunistischen Führung niedergeschlagen wird. Und wie schon bei den ungarischen Flüchtlingen (1956) bricht in der Schweiz eine Welle der Solidarität aus. Sogar die Kinder hängen Fähnchen mit dem tschechoslowakischen Wappen an ihre Velos und zeigen so, dass sie auf der Seite der Flüchtlinge stehen! Der Bundesrat öffnet ihnen denn auch die Türen.

    • Anteil der ständigen ausländischen Bevölkerung 1900-2015

      Bundesamt für Statistik BFS, Migration und Integration – Indikatoren. 

      Quelle: www.bfs.admin.ch

    • Die «Schwarzenbach-Initiative»

      Die Zahl der Ausländer steigt weiter an, weshalb die «Nationale Aktion gegen eine Überfremdung von Volk und Heimat» eine neue Überfremdungsinitative lanciert. Sie wird nach ihrem Wortführer «Schwarzenbach-Initiative» genannt. James Schwarzenbach verlangt, dass nicht nur in der Schweiz insgesamt, sondern in jedem einzelnen Kanton der Ausländeranteil 10% nicht übersteigen darf. Genf wäre mit 25% die einzige Ausnahme.

       

      Die Initiative löst heftige Diskussionen aus. Der Bundesrat ist wieder nicht einverstanden mit dem Vorschlag. Ihre Umsetzung würde bedeuten, dass 300 000 Menschen die Schweiz verlassen müssen. Drei Monate vor der Volksabstimmung im Jahre 1970 führt der Bundesrat stattdessen die «globale Kontingentierung» ein: Das heisst, dass jedes Jahr die Zahl der Arbeitsplätze, die durch ausländische Arbeitskräfte besetzt werden können, neu berechnet wird. In den Berechnungen soll berücksichtigt werden, wie viele Migranten schon im Land sind, wie viele das Land verlassen haben und wie viele benötigt werden. Auf diese Weise soll ein unkontrollierbares Wachstum der ausländischen Bevölkerung vermieden werden. Am 7. Juni 1970 lehnen die Schweizer Stimmbürger die Schwarzenbach-Initiative knapp mit 54% Nein-Stimmen ab.

    • Die Schwarzenbach-Initiative

      Die ausländische Wohnbevölkerung in der Schweiz nimmt durch die Familienzusammenführung und die Geburten immer mehr zu. Ein Teil der Bevölkerung missbilligt diese Entwicklung. So lanciert James Schwarzenbach 1969 eine zweite Initiative gegen die «Überfremdung». Der Ausländeranteil soll auf 10% der Bevölkerung beschränkt werden. Das Bild zeigt die Abstimmungsplakate der Gegner und der Befürworter der Initiative. Am 7. Juni 1970 lehnen die Schweizer Stimmbürger die «Schwarzenbach»-Initiative knapp mit 54% Nein-Stimmen ab. 

      Quelle: Keystone/Str

    • Die dreissig goldenen Jahre

      Während der «30 Goldenen Jahre» von 1946-1976 geht es der Wirtschaft insgesamt sehr gut. Die Menschen verdienen immer mehr Geld und können sich somit auch immer mehr kaufen. Auch die Zahl der Eingewanderten steigt, und diese kaufen ebenfalls Waren ein und nehmen Dienstleistungen in Anspruch. Auf diese Weise tragen auch sie wesentlich zum wirtschaftlichen Aufschwung bei. 

      Das schnelle Wachstum verursacht aber auch Probleme. So wird etwa der Wohnraum immer knapper, und ganz allgemein steigen die Preise für Wohnraum und Konsumgüter. Die Angst vor einer «Überhitzung» der Wirtschaft ist deshalb sehr präsent in der Schweizer Gesellschaft und auch in der Regierung. Dies ist mit ein Grund, weshalb die Regierung versucht, die Zahl der Ausländer zu beschränken. Die Verlierer dieser Massnahmen sind jene Zweige der Wirtschaft, die von ausländischen Arbeitskräften besonders abhängig sind – die Industrie und das Bauwesen. 

      1973 wird der stete Aufschwung durch dieÖlkrise gebrochen.

    • Die Schwarzenbach-Initiative

      Die «Nationale Aktion», die Partei die sich gegen die "Überfremdung von Volk und Heimat" einsetzte, reichte 1970 eine Volksinitiative ein, die sogenannte «Schwarzenbach-Initiative». Sie verdankte den Namen ihrem Urheber, dem damaligen Nationalrat James Schwarzenbach. Diese Initiative wollte den Ausländeranteil in der Schweiz auf 10% der Gesamtbevölkerung beschränken. Das Stimmvolk lehnte sie mit 54% Nein-Stimmen ab. Diese Aufnahme von Radio DRS aus dem Jahr 1974 thematisiert die «Überfremdungsinitiative» kurz nach deren Ablehnung. Peter Wyss sprach mit dem Pfarrer und Betreuer von italienischen Gastarbeitern, Don Mario Slongo, darüber, wie sich die italienischen Gastarbeiter im Vorfeld dieser Abstimmung gefühlt haben. 

      SRF / SR DRS, Sinerzyt Montag, 7.4.2008, Überfremdungsinitiative «Schwarzenbach» 

      DRS 1 Rendez-vous vom 21.10.1974 SRF Schweizer Radio und Fernsehen 
      Mit freundlicher Genehmigung von Schweizer Radio und Fernsehen

    • Zentrales Ausländerregister

      Unter dem Druck der «Überfremdungsinitiativen» will die Regierung die Einwanderung besser überwachen und steuern. Zu diesem Zweck führt das Bundesamt für Ausländerfragen (BFA) das Zentrale Ausländerregister (ZAR) ein. Alle Saisonniers, alle Ausländer mit einer Aufenthaltsbewilligung B und einer Niederlassungsbewilligung C werden darin registriert. Auch der Beruf oder der Zivilstand werden festgehalten. Dieses Register gibt es noch heute – auch wenn es sich seither ein wenig verändert hat.

    • Ölkrise

      Am 17. Oktober 1973 beschliesst die «Organisation der erdölexportierenden Staaten» (OPEC), 5% weniger Öl in die anderen Länder zu verkaufen. Auf diese Weise möchten sie auf die westlichen Länder Druck ausüben, damit diese das kleine Land Israel nicht mehr unterstützen. Die arabischen Länder, die viel Erdöl besitzen, befinden sich im Krieg gegen Israel, weil dieses die arabischen Palästinenser vertrieben hat.

      Aufgrund der so geschaffenen Knappheit wird das Erdöl immer teurer. Die betroffenen Industrieländer, zu denen auch die Schweiz gehört, müssen immer mehr Geld ausgeben um Erdöl kaufen zu können. Mit Erdöl wird nicht zur geheizt, es treibt auch die Maschinen in den Fabriken und die Lastwagen an und ist deshalb für die Produktion und die Beföderung der Güter wichtig. Diese Ölkrise führt zur ersten Wirtschaftskrise nach dem 2. Weltkrieg.

      Viele Menschen verlieren in dieser Wirtschaftskrise ihre Arbeitsstelle. Die ausländischen Arbeitskräfte sind davon am stärksten betroffen . Dafür gibt es drei Gründe:

      1. Oft arbeiten die Migranten in Bereichen, die von der Wirtschaftskrise am härtesten getroffen sind.

      2. Die Anstellung von Schweizern hat Vorrang. Dies bedeutet, dass zuerst die Ausländer und erst danach die Schweizer ihre Arbeitsstelle verlieren, und dass freie Stellen zuerst mit Schweizern besetzt werden. Die Fremdenpolizei stellt sicher, dass die Kantone diesen Vorrang überprüfen.

       

      3. Die Arbeitslosenversicherung war nicht obligatorisch. Dies bedeutete, dass viele Arbeiter und Angestellte nicht gegen Arbeitslosigkeit versichert waren.

      Wenn die Ausländer keinen Arbeitsvertrag hatten, dann durften sie auch nicht länger in der Schweiz bleiben. Ausländer, die eine abgelaufene Aufenthalts- oder Saisonnier-Bewilligung haben, müssen also in ihr Heimatland zurückkehren.

      In dieser Zeit steigt die Arbeitslosigkeit in der Schweiz nur von 0% auf 0,7% - obwohl so viele Arbeitsstellen verloren gingen. Dies war möglich, weil die arbeitslosen Ausländer aus der Schweiz ausreisen mussten. Die Schweiz schafft es dank dem 1945 eingeführten Rotationsprinzip, die Arbeitslosigkeit anderen Ländern zuzuweisen. Die Migranten dienen also als «Konjunkturpuffer». Dank ihnen leidet die Schweiz viel weniger unter wirtschaftlichen Schwankungen.

    • 1974-1984: Die Wirtschaft hinkt

      Die internationale Ölkrise schafft, was den Überfremdungsinitiativen nicht gelang: über 300‘000 Ausländerinnen und Ausländer müssen die Schweiz verlassen und in ihre Heimatländer zurückkehren. Wegen der wirtschaftlichen Krise gehen zahlreiche Arbeitsplätze verloren – vor allem in der Industrie, wo viele Ausländer arbeiten. Weil die Arbeitsplätze fehlen, können ab 1974 viel weniger Saisonniers ins Land kommen. Auf diese Weise kann auch die Arbeitslosigkeit zu einem grossen Teil von der Schweiz ferngehalten werden. Die 1945 eingeführte «Rotationspolitik» (siehe Epoche 1963-1973) wirkt so als Puffer, mit dem die Probleme der Wirtschaftskrise für die Schweiz vermindert werden können.

      Doch ab 1982 müssen alle Arbeiter und Angestellten gegen Arbeitslosigkeit versichert werden. Auch die ausländischen. 

      Mehr darüber im Text zur Epoche 1974-1984 (PDF) 

      1974: Noch ein Versuch gegen die «Überfremdung»Übrigens: 1972 war ein dritter Versuch unternommen worden, die Zahl der Leute mit ausländischem Pass in der Schweiz zu reduzieren, diesmal auf 500 000. Das wären im Jahr 1970 ungefähr 8% der Gesamtbevölkerung gewesen – also noch weniger, als die Schwarzenbachinitiative verlangte. 1974 – jetzt durften in der Schweiz die Frauen mitstimmen! – wurde aber auch diese Initiative in der Volksabstimmung abgelehnt.

    • «Mitenand»-Initiative

      1977 wurde die sogenannte «Mitenand»-Initiative eingereicht. Im Gegensatz zu den früheren Volksinitiativen fordert sie gleiche Rechte für Ausländer und Schweizer – ausser dass die Ausländer in der Schweiz nicht abstimmen und wählen dürfen. Die Ausländer sollen aber ein Recht auf die Erneuerung ihrer Aufenthaltsbewilligung erhalten, und sie sollen ihre Familien schon bei der Einwanderung in die Schweiz mitbringen dürfen. Zudem verlangt die Initiative die Abschaffung des Saisonnier-Statuts. 1981 wird die Initiative vom Schweizer Stimmvolk mit einem Anteil von 84% Neinstimmen klar abgelehnt.

    • Flüchtlinge aus der Türkei und aus Zaïre

      Ab Anfang der 1980er Jahre nehmen die Asylgesuche von Flüchtlingen aus der Türkei und aus Zaïre zu. In der Türkei hat das Militär die Macht übernommen, in im Zentralafrikanischen Staat Zaïre lässt General Mobuto alle verfolgen, die seine Herrschaft ablehnen.

    • Schweizerisches Asylgesetz (AsylG)

      1954 hatte sich die Schweiz der internationalen Genfer Flüchtlingskonvention angeschlossen. Seither kamen in Krisenfällen immer wieder Flüchtlinge in die Schweiz: Ungarn, Tibeter, Tschechoslowaken, Vietnamesen und Chilenen. Erst 1981 tritt in der Schweiz erstmals ein Asylgesetz in Kraft. Es legt fest, unter welchen Umständen jemand als Flüchtling anerkannt wird und regelt die Rechte und den Aufenthalt der Flüchtlinge.

    • Obligatorische Arbeitslosenversicherung, ANAG-Revision

      Seit 1982 müssen alle Arbeiter und Angestellten – also auch die Ausländerinnen und Ausländer gegen Arbeitslosigkeit versichert werden. Dank dieser Versicherung müssen ausländische Arbeitskräfte nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren, wenn sie ihre Stelle verlieren. Mit dieser Regelung kann die Schweiz die ausländischen Arbeitskräfte nicht mehr als Puffer für den Ausgleich von wirtschaftlichen Schwankungen einsetzen

      ANAG-Revision
      Das Parlament war 1977 gegen die «Mitenand-Initiative». Diese ging ihr zu weit. Stattdessen arbeitet das Parlament an einer Regelung für den Aufenthalt und die Niederlassung der Ausländer. Er heisst kurz «ANAG». Darin wird eine Verbesserung der Lebensbedingungen für Migranten in der Schweiz gefordert. Auch soll ihre soziale und berufliche Integration gefördert werden. Ausserdem wird vorgeschlagen, dass Migranten in der Schweiz bleiben dürfen sobald sie 32 Monate hier gelebt und gearbeitet haben. Der Nachzug der Familie soll schon nach einem Jahr möglich werden, falls die Arbeitsstelle weiterhin sicher ist. In der Volksabstimmung sagen 50,4% der Stimmenden Nein zu dieser Verbesserung der Rechte der Ausländer. Das neue Gesetz wird also sehr knapp abgelehnt.

    • Gegen das Saisonnier-Statut

      1982 und 1983 macht Italien erneut Druck, um die Rechte ihrer Landsleute in der Schweiz zu verbessern. Seit den 1970er Jahren kommt es zu Kundgebungen, mit denen die Teilnehmenden die Verbesserung der Aufenthaltsrechte und die Abschaffung des Saisonnier-Statuts fordern, wie es auch dieses Bild zeigt. Die Rechte der Ausländer werden in der Schweiz aber nur zögerlich verbessert. 

      Quelle: Saro Marretta, aus dem Fundus zum Buch «Piccoli italiani in Svizzera»

    • Revision des Bürgerrechts

      Am 4. Dezember 1983 stimmt das Schweizer Volk über 2 Vorschläge ab, die das Bürgerrecht ändern sollen: 

      1. Die «Gleichberechtigung im Bürgerrecht» fordert, dass Ausländerinnen, die einen Schweizer heiraten, das Schweizer Bürgerrecht nicht mehr automatischen erhalten. Hingegen sollen Kinder automatisch das Schweizer Bürgerrecht erhalten, wenn ihre Mutter Schweizerin ist und der Vater Ausländer. Sie sollen also also das gleiche Recht wie jene mit einem Schweizer Vater und einer ausländischen Mutter erhalten. 

      2. Der zweite Vorschlag betraf die «Einbürgerung junger Ausländer». Junge Menschen, die in der Schweiz aufgewachsen sind, sollen das Schweizer Bürgerrecht schneller erhalten als bisher. Dasselbe soll für Flüchtlinge und Staatenlose gelten. 

      Während die erste der beiden Vorlagen vom Schweizer Stimmvolk mit 60,8% Jastimmen angenommen wird, lehnt die Bevölkerung mit 55,2% Neinstimmen die zweite Vorlage ab.

    • Aufenthaltsrechte der Italiener

      1982 und 1983 übt Italien erneut Druck aus, um die Rechte der Italiener in der Schweiz zu verbessern. Die Schweiz ändert deshalb die Aufenthaltsrechte für Ausländer: Die Aufenthaltsbewilligung B, die jedes Jahr erneuert werden muss, kann jetzt statt nach 10 Jahren bereits nach 5 Jahren in eine unbefristete Niederlassungsbewilligung C umgewandelt werden. Und die Familien dürfen schon nach 12 Monaten zum Vater in die Schweiz ziehen, nicht erst nach 15 Monaten.

    • 1985-1990: Zuwanderung aus Südeuropa

      Ab 1985 erholt sich die Wirtschaft wieder. Dies führt erneut zu einer erhöhten Nachfrage nach ausländischen Arbeitskräften. Anders als zuvor kommen nun aber viele Zuwanderer aus Jugoslawien und Portugal in die Schweiz. Diese zweite Immigrationswelle führt erneut zu einem Zuwachs der ausländischen Bevölkerung in der Schweiz. 

      Es ist also die Schweizer Wirtschaft, die in diesen Jahren den grössten Einfluss auf die Einwanderung und die Zahl der ausländischen Bevölkerung ausübt. Die Migrationspolitik, die ja eigentlich eine Begrenzung für gewisse Einwanderungsgruppen vorsieht, also eine Kontingentierung, spielt dabei nur eine kleine Rolle. 

      Mehr darüber im Text zur Epoche 1985-1990 (PDF)

    • Zweite Immigrationswelle

      Ende der 1980er Jahre geht es der Schweizer Wirtschaft wieder besser und die ausländische Bevölkerung wächst durch Immigration. 1988 erreicht sie das erste Mal seit 1975 wieder eine Million. 

      Zwischen 1985 und 1995 werden jedes Jahr 50 000 neue Arbeitsbewilligungen ausgestellt. Im Ganzen kommen in diesen Jahren 130 000 Saisonniers in die Schweiz. Darum spricht man von einer zweiten Immigrationswelle, die vergleichbar ist mit jener aus den 1950er und 1060er Jahren. 

      Neu sind die Herkunftsländer: Von nun an kommen viele Jugoslawen und Portugiesen. Sie ersetzen auf dem Arbeitsmarkt Italiener, Spanier aber auch Schweizer, und zwar vor allem im Bauwesen, in der Gastwirtschaft und in der Hotellerie. (Mit den Jugoslawienkriegen von 1991 bis 1999 löst sich das ehemalige Jugoslawien in ihre Teilrepubliken auf. Daher spricht man heute von Ex-Jugoslawien oder von den Ländern des ehemaligen Jugoslawien.)

    • 1985-1990: Asylkrise

      1983 bricht in Sri Lanka ein Bürgerkrieg zwischen der srilankischen Regierung und der tamilischen Befreiungsorganisation LTTE aus. Er treibt Hunderttausende in die Flucht. Zwischen 1984 und 1990 kommen daher viele Tamilen als Flüchtlinge in die Schweiz. 

      Ausserdem flüchten Ende der 1980er Jahre auch viele Menschen aus der Türkei. Ein Grund hierfür liegt in dem Konflikt zwischen den Türken und den Kurden. Die Kurden leben unter anderem in der östlichen Türkei, und pflegen eine eigene Kultur und Sprache. In der Türkei haben sie nicht die gleichen Rechte, wie die Türken und dürfen zum Beispiel auch nicht ihre eigene Sprache sprechen. Aufgrund der Unterdrückung gründet sich eine kurdische Terrororganisation, die PKK. Sie greift die Türkei als Staat an, besetzt ganze Städte und ermordet viele Menschen. Zwischen 1987 und 1989 herrscht die blutigste Phase dieses Konflikts. Auch in den darauffolgenden Jahren bleibt es für viele Menschen gefährlich. Aus diesem Grund flüchten viele Kurden vor der Gewalt in ihrer Heimat und kommen in die Schweiz. 
       

      Auch aus Liberia kommen viele Flüchtlinge. In diesem westafrikanischen Land herrscht nach einer militärischen Machtübernahme politische Instabilität, und 1989 bricht ein Bürgerkrieg aus, der 20 Jahre dauern sollte. Der Krieg treibt viele Menschen in die Flucht, einige davon kommen in die Schweiz. 

      Im Jahr 1991 werden 41 600 Asylanträge durch Flüchtlinge in der Schweiz registriert. Weil es so viele Menschen sind, die in der Schweiz Asyl beantragen, spricht man auch von einer «Asylkrise».

    • Einwanderung

      In diesen Jahren geht es der Schweizer Wirtschaft gut. Daher nimmt auch die Nachfrage nach ausländischen Arbeitskräften wieder zu. 

      Das Bild zeigt die Einreise von Saisonniers am Bahnhof von Buchs im März 1990. Ein Schild macht auf freie Arbeitsplätze als «Berufsleute/Monteure» aufmerksam.

      Quelle: Schweizerisches Sozialarchiv/Iren Stehli

    • 1991-2001: Annäherung an Europa

      Im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts nähern sich die europäischen Länder einander an: Seit 1993 gibt es beispielsweise den Vertrag von Maastricht über die Europäische Gemeinschaft und das Schengen-Abkommen, mit denen die «vier Grundfreiheiten» festgelegt werden: den freien Verkehr von Waren, von Dienstleistungen, von Personen und von Kapital (Geld). Das heisst, dass jetzt Produkte ohne Beschränkungen (z.B. Zoll) innerhalb der europäischen Länder gehandelt werden dürfen. Auch dürfen jetzt z.B. Franzosen in Deutschland arbeiten, und Unternehmen dürfen ihre Dienstleistungen oder Produkte in anderen Ländern ohne Beschränkungen anbieten. Auch dürfen die Leute jetzt ohne Visum von einem europäischen Land in ein anderes umziehen. Seit dem «Schengen-Vertrag» müssen sie an der Grenze ihren Pass nicht mehr vorzeigen. Auch Geld oder andere Wertpapiere dürfen in das europäische Ausland gebracht werden. 

      Die Schweiz ist nicht Mitglied der Europäischen Gemeinschaft und ist an diesem Prozess zunächst nicht beteiligt. In der Schweiz gibt es grundsätzlich zwei Meinungen dazu. Die einen sind für eine Annäherung der Schweiz an Europa. Sie würden auch in Kauf nehmen, dass das Saisonnierstatut aufgegeben werden müsste. Die anderen sind gegen eine Annäherung an Europa. Sie befürchten vor allem, dass mit einem Mal zu viele Zuwanderer aus anderen Ländern in die Schweiz kommen würden. 
       

      Die Schweizer Migrationspolitik erfährt in diesen Jahren eine neue Ausrichtung. 1991 wird das «Drei-Kreise-Modell» eingeführt. Dieses teilt die Migranten je nach Herkunftsland in verschiedene Kreise ein. Je nach Herkunftskreis erhalten die Migranten unterschiedliche Einreise und Aufenthaltsrechte. Dieses Modell wird aber bald in ein Zwei-Kreise-Modell umgewandelt, indem der zweite und dritte Kreis des alten Modells zusammengeführt werden. Damit richtet sich die Schweiz immer mehr auf die Beziehungen mit der Europäischen Union und der Europäischen Freihandelsassoziation aus. Sie räumt deren Staatsangehörigen besondere Rechte ein, befinden sich diese doch im ersten Kreis. 

      Im Jahr 2000 werden dann die sogenannten bilateralen Verträge zwischen der Europäischen Union und der Schweiz abgeschlossen und in einer Volksabstimmung bestätigt. «Bilateral» heisst, dass zwei Parteien einen Vertrag abschliessen – die Schweiz muss also nicht mehr mit einzelnen europäischen Ländern verhandeln, sondern mit der Europäischen Union. Die ersten bilateralen Verträgen enthalten auch die erste der vier Grundfreiheiten: die Personenfreizügigkeit. 

      Mehr darüber im Text zur Epoche 1991-2001 (PDF)

    • Das Drei-Kreise-Modell

      1991 führt die Schweiz das sogenannte «Drei-Kreise-Modell» ein. Dieses ist eine Antwort auf die veränderte Zusammensetzung der Zuwanderer und spiegelt den Wunsch, sich an die Europäische Gemeinschaft anzunähern, ohne ein direktes Mitglied zu werden. 

      Das Drei-Kreise-Modell bedeutet, dass Zuwanderer je nach ihrem Herkunftsland in einen von drei Kreisen eingeteilt werden, und damit verschiedene Einreise- und Aufenthaltsrechte bekommen: 

      1. Der innere Kreis: Dieser bezieht sich auf Menschen aus der Europäischen Gemein¬schaft (EG) und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA). Schweizer Unternehmen sollen Menschen aus diesem Kreis anstellen, sie erhalten eher eine Arbeitsbewilligung. 

      2. Der mittlere Kreis: Dieser umfasst Länder wie Kanada oder die USA, die ähnlich wie die Schweiz funktionieren, die gute Handelbeziehungen mit der Schweiz pflegen oder die traditionelle Herkunftsländer für Arbeitsmigranten sind wie das ehemalige Jugoslawien. 

      3. Der äusserste Kreis: Dieser bezieht sich auf alle anderen Staaten, die nicht in den zweiten Kreis aufgenommen werden. 

       

      Dieses Modell schafft es, zwei Seiten zu beruhigen: die Unternehmen, welche ausländische Arbeitskräfte benötigen, und jene Parteien, die Angst vor einer «Überfremdung» haben. Gleichzeitig gelingt es dem Bundesrat mit dieser neuen Migrationspolitik, die Annäherung an die Europäische Gemeinschaft nicht in Gefahr zu bringen.

    • Europäischer Wirtschaftsraum: Nein!

      1992 lehnt das Schweizer Stimmvolk den Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum ab. Dieser hätte unter andrem den freien Personenverkehr und die Abschaffung des Saisonnier-Statuts zur Folge gehabt. Das abgebildete Plakat nennt die Argumente der siegreichen Gegner: Die Verschacherung unseres Landes an ausländische Politiker, Lohnabbau, Bedrohung der Landwirtschaft und Überfremdung gehören dazu. 

      Quelle: Graphische Sammlung, Schweizerische Nationalbibliothek Bern / AUNS, www.auns.ch

    • Änderung des Bürgerrechts
      Im Jahr 1992 wird das Bürgerrechtsgesetz überarbeitet. In der neuen Fassung erlaubt die Schweiz zum ersten Mal die Doppelbürgerschaft. Das bedeutet, dass ein Zuwanderer, der sich in der Schweiz einbürgern lässt und einen Schweizer Pass bekommt, seine bisherige Staatsbürgerschaft des Heimatlandes nicht verliert. Dies gilt übrigens auch für die Schweizer, die den Pass eines anderen Landes bekommen. Für jene, die einen Schweizer oder eine Schweizerin heiraten, wird auf diese Weise die Einbürgerung erleichtert. Gleichzeitig findet allerdings jetzt keine automatische Einbürgerung der ausländischen Ehegattinnen von Schweizer Bürgern mehr statt. 

      Nein zum Europäischen Wirtschaftsraum
      1992 stimmen die Schweizer darüber ab, ob die Schweiz dem Europäischen Wirtschaftsraum beitreten soll. Dieser Beitritt würde es unter anderem allen Menschen aus dem Europäischen Wirtschaftsraum möglich machen,überall in Europa, also auch in der Schweiz, eine Arbeit anzunehmen (freier Personenverkehr). Auch würde in der Schweiz das Saisonnier-Statut abgeschafft. Nach einem heftigen Abstimmungskampf stimmen 50,3% ganz knapp gegen den Beitritt der Schweiz.

    • Erleichterte Einbürgerung für junge Migranten

      1994 stimmen die Schweizer über eine Initiative ab, die verlangt, dass junge Migranten erleichtert eingebürgert werden. Eine ähnliche Initiative wurde 1983 schon einmal abgelehnt. Erneut wird das Anliegen abgelehnt, es scheitert am «Ständemehr»: Obwohl sich eine Mehrheit der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger für die Initative ausspricht, wird sie abgelehnt, weil in vielen kleineren Kantonen das Nein überwiegt.

    • Neu: arbeitslose Ausländer in der Schweiz

      Der Schweizer Wirtschaft geht es ab 1991 wieder schlechter. In den 1990er Jahren kann sich die Wirtschaft für eine längere Zeit nicht weiterentwickeln. Zwar erleben einige Nachbarländer der Schweiz einen wirtschaftlichen Aufschwung dank der Zusammenarbeit der Europäischen Gemeinschaft und auch der Öffnung der osteuropäischen Staaten. Weil die Schweiz nicht Mitglied der Europäischen Gemeinschaft ist, kann sie nicht von diesem Wirtschaftsaufschwung profitieren. 

      Die Schweiz erfährt in dieser Zeit ein noch nie gekanntes Phänomen: die Arbeitslosigkeit der Ausländer. Dank der Arbeitslosenversicherung müssen Ausländer nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren, wenn sie ihre Stelle verlieren.

    • Zweite Asylkrise

      In den 1990er Jahren kommt es zu einer sogenannten «Zweiten Asylkrise». Im Kosovo, ein Gebiet im früheren Jugoslawien herrscht Bürgerkrieg und ganz viele Menschen werden ermordet. In den Jahren 1998/99 versuchen innerhalb von zwei Jahren fast 50 000 Kosovaren in die Schweiz zu flüchten und hier Asyl zu bekommen. 

      Das sind so viele Menschen, dass sie in Zivilschutzanlagen untergebracht werden müssen. Unter Zivilschutzanlagen verstehen wir Räume, die eigentlich im Falle eines Krieges für die Bevölkerung zum Schutz vor z.B. Bombenangriffen oder ähnlichem gedacht sind.

      Die Asylsuchenden bekommen jetzt eine «vorläufige Aufenthaltsbewilligung». Diese gibt ihnen das Recht, sich in der Schweiz aufhalten zu dürfen und nicht wieder in ihr Heimatland zurück zu müssen, solange dort Krieg herrscht. Sie erhalten aber mit dieser vorläufigen Bewilligung nicht den «Flüchtlingsstatus», so wie er in der Genfer Konvention von 1951 festgelegt ist. 

      Nachdem sich die Lage im Sommer 1999 im Kosovo beruhigt hat, helfen die schweizerischen Behörden mit einem Rückkehrhilfeprogramm. So verlassen die meisten Kosovaren kurz nach Kriegsende wieder die Schweiz und kehren in ihre Heimat zurück – freiwillig, oder sie werden zurückgeschickt.

    • Vom Drei- zum Zwei-Kreise-Modell

      Das Drei-Kreise-Modell stösst schon bald auf Kritik: Einige finden, dass der dritte Kreis diskriminierend sei, also ungerechtfertigt abwertend. Das sagt die «Eidgenössische Kommunission gegen Rassismus». Andere, besonders die Unternehmen, benötigen hochqualifizierte Menschen aus der ganzen Welt. Mit dem Modell wird es ihnen schwer gemacht, international Menschen anzuheuern. 

      Als Folge wird das sogenannte «Zwei-Kreise-Modell» eingeführt. Der zweite und der dritte Kreis werden miteinander verbunden. Hier entscheidet jetzt nicht mehr die Herkunft, ob jemand eine Arbeitsbewilligung erhält, vielmehr ist es dessen Ausbildung. Gut ausgebildete Personen sollen eher in der Schweiz arbeiten dürfen. 

      Ausserdem sucht der Bundesrat das Gespräch mit der Europäischen Gemeinschaft zum Thema Personenfreizügigkeit, also dem Recht, sich innerhalb Europas und somit auch von der Schweiz nach Europa und umgekehrt, frei bewegen zu können. Mit dem Wechsel vom Drei- zum Zwei-Kreise-Modell versucht die Schweiz sich der Europäischen Gemeinschaft auch anzunähern.

    • Asylkrise

      In den 1990er Jahren kommt es zur sogenannten «Zweiten Asylkrise». Weil der Krieg im Kosovo in den Jahren 1998/99 immer gewalttätiger wird, stellen innerhalb von zwei Jahren fast 50 000 Kosovaren in der Schweiz ein Asylgesuch. Das Bild zeigt die Ankunft von Flüchtlingen in Chiasso 1998. 

      Quelle: Keystone/Karl Mathis

    • Annahme des Personenfreizügigkeitsabkommens mit der EU

      Im Mai 2000 nimmt das Schweizer Stimmvolk die bilateralen Verträge an, in denen auch die Personenfreizügigkeit mit der Europäischen Union geregelt ist. Gleichzeitig verwirft es eine Initiative, welche die ausländische Bevölkerung auf 18% reduzieren will.

    • Seit 2002: Personenfreizügigkeit

      Die Zahl der Ausländerinnen und Ausländer, wie auch ihr Anteil in der Gesamtbevölkerung, steigen seit dem Jahr 2002 weiter an. Es kommen vor allem immer mehr Menschen aus den Mitgliedländern der Europäischen Union in die Schweiz. Besonders viele kommen aus dem Nachbarland Deutschland. 

      Diese Entwicklung kann einerseits auf ein starkes Wirtschaftswachstum zurückgeführt werden. Andererseits tritt im Juni 2002 ein Vertrag der Schweiz mit der Europäischen Union in Kraft, das Personenfreizügigkeitsabkommen. Das Abkommen regelt den Aufenthalt aller von einem EULand eingewanderten Menschen in der Schweiz (Erster Kreis im ehemaligen Zwei-Kreise-Modell). Die Einwanderung von Ausländerinnen und Ausländer von ausserhalb der EU/EFTA in die Schweiz wird erschwert und nur noch gut ausgebildeten Personen gestattet. Sie fallen unter das neue Ausländergesetz (AuG), welches 2008 in Kraft tritt.
       

       

      Von 2002 bis 2012 werden mehrere Volksinitiativen eingereicht. Diese betreffen vor allem Migrierende des 2. Kreises. Die einzige Volksinitiative, welche positive Auswirkungen für die hier lebenden Ausländerinnen und Ausländer gehabt hätte – Die Initiative «Für erleichterte Einbürgerung von Jugendlichen der 2. Generation und Bürgerrechtserwerb von Jugendlichen der 3. Generation» – wird 2004 von Volk und Ständen (Kantone) abgelehnt. Am 9. Februar 2014 wird jedoch die «Initiative gegen die Masseneinwanderung» der Schweizerischen Volkspartei (SVP) knapp angenommen. Dieser Entscheid erschwert die Beziehungen der Schweiz zur Europäischen Union (EU), weil diese auf dem Prinzip der Personenfreizügigkeit beharrt. 

      Mehr darüber im Text zur Epoche 2002-2014 (PDF)

    • Personenfreizügigkeit

      Im Juni. 2002 tritt die Personenfreizügigkeit zwischen der Schweiz und den EU-/EFTA-Staaten in Kraft. Darum und aufgrund eines starken Wirtschaftswachstums kommen immer mehr Einwanderer aus diesen Ländern in die Schweiz. Die Personenfreizügigkeit zwischen der Schweiz und den EU-/EFTA-Staaten betrifft die in der Grafik markierten Länder. Je dunkler die Farbe, desto länger ist das Land schon in der Europäischen Union oder gehört zur EFTA. 

      Quelle: Integrationsbüro EDA/EVD

    • Initiative «Gegen Asylrechtsmissbrauch»

      1999 stellen viele Menschen aus dem Kosovo ein Asylgesuch in der Schweiz. Sie wollen als Flüchtlinge aufgenommen werden, weil in ihrer Heimat Krieg herrscht. Um die Zahl der Asylgesuche zu vermindern, lanciert die Schweizerische Volkspartei 1999 eine Volkinitiative. Das Ziel ist es, nicht mehr auf Asylgesuche von Personen einzutreten, die von einem sicheren Drittstaat in die Schweiz kommen, also aus einem unserer Nachbarländer zum Beispiel. Zudem sollen Fluggesellschaften, welche Asylsuchende ohne gültigen Pass in die Schweiz fliegen, gebüsst werden. Schlussendlich will die Volksinitiative, dass Asylsuchende und vorläufig Aufgenommene weniger Sozialhilfe bekommen. 

      Der Bundesrat und das Parlament sind gegen diese Volksinitiative und das Volk lehnt sie dann am 24. November 2004 ganz knapp mit 50,1% Nein-Stimmen ab. 
       

       

      Initiative für die «Erleichterte Einbürgerung von Jugendlichen der 2. Generation und Bürgerrechtserwerb für die dritte Generation» Oft dauert eine Einbürgerung sehr lange, kostet viel Geld und man muss strenge Kriterien erfüllen, um einen Antrag stellen zu können. Zwei Vorlagen stehen zur Abstimmung: Bei der ersten Vorlage geht es darum, dass Kinder der zweiten Ausländergeneration, deren Eltern also in die Schweiz eingewandert sind, einfacher eingebürgert werden können. Bei der zweiten Vorlage geht es darum, Kindern der dritten Ausländergeneration, deren Grosseltern also in die Schweiz eingewandert sind, das Schweizer Bürgerrecht bei ihrer Geburt in der Schweiz automatisch auszustellen. 

      Der Bundesrat und das Parlament befürworten die Änderungen in der Bundesverfassung. Trotzdem lehnt sie das Stimmvolk ab.

    • Revision des Asylgesetzes und neues Ausländergesetz

      Im September 2006 stimmt das Schweizer Stimmvolk der Überarbeitung des Asylgesetzes und dem neuen Ausländergesetz (AuG) zu: Asylbewerber, deren Asylgesuch abgelehnt wurde, bekommen nun keine Sozialhilfe mehr, wenn sie trotzdem in der Schweiz bleiben. Asylsuchende, die keine Ausweispapiere, wie einen Pass, haben, können jetzt auch schneller weggeschickt werden. Das neue Ausländergesetz regelt vor allem den Aufenthalt von Ausländern von ausserhalb des EU/EFTA Raumes. Dabei wird die Zuwanderung auf besonders gut ausgebildete Migranten von ausserhalb der EU/EFTA eingeschränkt. 
       

       

      Eine markante Neuerung ist, dass zum ersten Mal das Ziel der Integration von Ausländern festgehalten ist. Das hat zum Zweck, dass sich Zuwanderer auch in der Schweiz einleben und die Sprache lernen sollen.

    • Initiative «Für demokratische Einbürgerung»

      Das Ziel der Volksinitiative der SVP ist, dass Gemeinden selber entscheiden können, wie Einbürgerungsgesuche von Ausländern behandelt werden. Sie sollen festlegen, ob zum Beispiel das Volk mit einer Abstimmung an der Urne oder eine spezielle Kommission die Einbürgerung vornimmt. Zudem sollen Rekursmöglichkeiten bei einem negativen Einbürgerungsentscheid abgeschafft werden. Wenn Gesuchsteller unbegründet abgelehnt werden, dürfen sie sich nicht wehren dürfen. Der Bundesrat und das Parlament lehnen die Initiative ab und das Schweizer Stimmvolk spricht sich dann ebenfalls klar gegen die Initiative aus.

    • Initiative «Gegen den Bau von Minaretten»

      Eine Gruppe von Einzelpersonen reicht im Juli 2008 die Volksinitiative «Gegen den Bau von Minaretten» (auch Minarettinitiative genannt) ein. Ihrer Meinung nach habe das Minarett nichts mit Religion zu tun, sondern sei Symbol eines politisch-gesellschaftlichen Machtanspruchs des Islams. Gemäss Bundesrat und Parlament steht die Initiative jedoch im Widerspruch zu den Grundrechten der Bundesverfassung und verstösst gegen wichtige Prinzipien der Menschenrechte, nämlich die freie Ausübung der Religion. Aus diesem Grund lehnen der Bundesrat und das Parlament die Initiative ab. 

      Trotzdem nimmt das Schweizer Stimmvolk die Volksinitiative «Gegen den Bau von Minaretten» an. Seither dürfen in der Schweiz keine neuen islamischen Kirchtürme mehr gebaut werden – die vier bestehenden dürfen aber stehen bleiben!

       

    • Ja zum Minarettverbot

      Die Befürworter des Minarettverbots stellen den Islam als gewalttätige Religion dar. So sind die Minarette, die es zu verbieten gilt, auf diesem Abstimmungsplakat wie Raketen gezeichnet, und im Abstimmungskampf wird behauptet, Minarette seien Symbole eines islamischen Machtanspruchs. Eine Mehrheit der Stimmenden (57,5%) folgt in der Volksabstimmung dieser Sichtweise und verankert das Bauverbot von Minaretten in der Verfassung. In der ganzen Schweiz gibt es zu diesem Zeitpunkt und bis auf weiteres vier Minarette. 

      Quelle: www.patriot.ch/archiv/2009/Minarettverbot.htm (30. November 2014)

    • Inititative «Für die Ausschaffung krimineller Ausländer»

      Die SVP reicht eine Volksinitiative «Für die Ausschaffung krimineller Ausländer» ein. Dabei sollen alle Ausländerinnen und Ausländer automatisch ihr Aufenthaltsrecht verlieren und in ihr Heimatland zurück geschickt werden, wenn sie wegen bestimmter Delikte verurteilt werden oder wenn sie Sozialleistungen beziehen ohne ein Recht darauf zu haben. 

      Am 28. November 2010 nimmt das Schweizer Stimmvolk die «Ausschaffungsinitiative» an.

    • Ja zur Initiative gegen die Masseneinwanderung

      Die Befürworter der Masseneinwanderungsinitiative verwenden ein Motiv, das jahrelang von den Befürwortern der bilateralen Verträge mit der Europäischen Union eingesetzt wurde: den Apfelbaum, der viele rote Äpfel trägt. Nach Ansicht der Schweizerischen Volkspartei (SVP) zerstört dieser Apfelbaum mit seinen Wurzeln die Schweiz. Sie verlangt mit ihrer Initiative, dass die Zahl der Aufenthaltsbewilligungen für Ausländerinnen und Ausländer in der Schweiz mit jährlichen Kontingenten (Höchstzahlen) begrenzt werde. Dass damit die bilateralen Verträge mit der Europäischen Union gefährdet sind, nimmt die SVP in Kauf. Ihre Initiative wird am 9. Februar 2014 knapp mit 50,3% der Stimmen angenommen. 

      Quelle: www.masseneinwanderung.ch/content/abstimmungsmaterial/ (9. Feburar 2014)

    • Initiative «Gegen Masseneinwanderung»

      Erneut reicht die SVP eine Volksinitiative zur Ausländerpolitik ein. Sie verlangt eine grundsätzliche Neuausrichtung der schweizerischen Zuwanderungspolitik. Es sollen jährliche Höchstzahlen festgelegt werden, mit denen die Schweiz die Zuwanderung eigenständig steuern könnte. Die Rückkehr zur Kontingentierung soll gemäss Initiativtext auf die gesamtwirtschaftlichen Interessen der Schweiz ausgerichtet werden, unter Berücksichtigung des Vorrangs für Schweizerinnen und Schweizer. Der Anspruch auf dauerhaften Aufenthalt, Familiennachzug und Sozialleistungen kann beschränkt werden. 

      Am 9. Februar 2014 wird die Initiative in der Volksabstimmung mit einer knappen Mehrheit von 50,3% der Stimmen und mit 14,5 zu 8,5 Ständestimmen angenommen. Da dieser Entscheid gegen die bilateralen Verträge mit der Europäischen Union zur Personenfreizügigkeit verstösst, ist die zukünftige Gestaltung des Verhätnisses zur EU unsicher. 

      Weitere Verschärfung abgelehnt
      Am 2. November 2012 wird eine weitere Volksinitiative „Stopp der Überbevölkerung - zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen" (Ecopop-Initiative) eingereicht. Diese verlangt, dass die jährliche Zuwanderung nicht mehr als 0,2% der Wohnbevölkerung, also rund 16'000 Personen beträgt. Diese weitere radikale Verschärfung der Migrationspolitik wird in der Volksabstimmung vom 30. November 2014 sehr deutlich mit 74,1% Nein-Stimmen abgelehnt.

    • Nein zur Ecopop-Initiative «Stopp der Überbevölkerung»

      Die Ecopop-Initiative verlangt im Vergleich zur Masseneinwanderungsinitiative nochmals eine drastische Verschärfung der Einwanderungspolitik. Während im Verfassungsartikel gegen die Masseneinwanderung vorsieht, dass beim Festlegen der Kontingente (Höchstzahlen) die wirtschaftlichen Interessen der Schweiz berücksichtigt werden, möchte die Ecopop-Initiative die Einwanderung strikt auf 0,2% der Wohnbevölkerung begrenzen. Dies sieht eine Mehrheit von 74,1% als «gefährliche Sackgasse» und stimmt dagegen. 

      Quelle: Foto Luzius Meyer, 29. November 2014

    • Europäische Flüchtlingskrise 2015

      Im Sommer 2015 bestimmen in ganz Europa die Bilder von flüchtenden Menschen, vielfach Familien mit Kindern, die Schlagzeilen. Die Bilder zeigen überfüllte Boote und menschenunwürdige Zustände auf den Inseln Lampedusa in Italien und Kos in Griechenland, wo die Flüchtlinge nach ihrer Überfahrt stranden. Sie zeigen verängstigte und erschöpfte Menschen auf dem Budapester Bahnhof in Ungarn, die auf eine Weiterfahrt nach Österreich und Deutschland hoffen. Es gibt aber auch hoffnungsvolle Bilder von Menschen, die den Flüchtlingen mit Essen und dem Nötigsten helfen und sie im eigenen Land willkommen heissen.

      Europa zeigt sich von der Flüchtlingskrise 2015 zuerst einmal total überfordert und zerstritten. Italien und Griechenland, wo die meisten Flüchtlinge zuerst ankommen, fordern eine gerechte Verteilung der Menschen in der ganzen EU. Die Länder im Osten und zum Teil im Norden Europas lehnen einen solchen Verteilschlüssel lange Zeit kategorisch ab. Unter dem Druck der schlimmen Bilder kommt es allerdings im Herbst 2015 langsam zu einem Umdenken. Mit gutem Beispiel geht Deutschland voran. Das Land wird 2015 geschätzte 800’000 Flüchtlinge aufnehmen, viermal mehr als ein Jahr zuvor. Allein diese Zahl übersteigt den bisherigen Rekord an Asylbewerbern von 1992 in der gesamten EU, als während der Jugoslawienkriege 672’000 Personen flüchteten.
       

      Auch die Schweiz ist von der Flüchtlingskrise betroffen, allerdings deutlich weniger stark als ihre Nachbarländer. Das Staatssekretariat für Migration SEM rechnet 2015 mit 29’000 Asylgesuchen. Das ist deutlich mehr als in den vergangenen Jahren, aber immer noch weniger als in den Jahren 1991, 1998 und 1999, als jeweils über 40’000 Menschen kamen. Und auch die Schweiz möchte etwas zur Linderung des Elends beitragen: 3000 syrische Flüchtlinge sollen im Schnellverfahren aufgenommen werden. 

      Lesen Sie den Beitrag von Migrationsforscher Gianni D’Amato im «Tages-Anzeiger» vom 15.9.2015. Gianni D’Amato ist Professor für Migration und Staatsbürgerschaft an der Universität Neuenburg und Mitverfasser dieses Zeitstrahls: 
      Zum Beitrag

      Lesen Sie zur weltweiten Dimension der Flüchtlingskrise den zweiten Text unter der Rubrik B.

    • Auf der Flucht

      Bis Ende August 2015 flüchteten mehr als 350’000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa. 2600 Menschen kamen dabei ums Leben, so schätzt die Organisation für Migration.

      Dies ist nur ein Ausschnitt aus dem weltweiten Flüchtlingsdrama. Ende 2014 waren insgesamt 59,5 Millionen Menschen auf der Flucht vor Kriegen, Konflikten und Verfolgung. Dies ist die höchste Zahl, die jemals vom UNHCR verzeichnet wurde. 

      Diese Entwicklung begann 2011 mit dem Ausbruch des Krieges in Syrien, der weltweit die grössten Fluchtbewegungen verursachte. Dies waren 2014 die drei grössten Krisenherde der Welt: 
      - Syrien: 3,9 Millionen Flüchtlinge
      - Afghanistan: 2,6 Millionen Flüchtlinge
      - Somalia: 1,1 Millionen Flüchtlinge

      Die meisten Flüchtlinge leben in den Nachbarländern der jeweiligen Krisenherde. Dies waren 2014 die drei Aufnahmeländer mit den meisten Flüchtlingen: 
      - Türkei: 1,59 Millionen 
      - Pakistan: 1,51 Millionen
      - Libanon: 1,15 Millionen

      Nur ein kleiner Teil dieser Menschen macht sich auf den Weg nach Europa.

      Das UNHCR veröffentlicht jährlich einen informativen «Global Report»: www.unhcr.org

      Einen ganz anderen Blick auf das Thema Flucht vermittelt die Website «Dadaab Stories» (in englischer Sprache). Dadaab ist das grösste Flüchtlingslager der Welt im Norden Kenias und beherbergt 500’000 Menschen. www.dadaabstories.org


      Bild: UNHCR/Ivor Prickett

    • Initiative «Zur Durchsetzung der Ausschaffung krimineller Ausländer (Durchsetzungsinitiative)»

      Im Jahr 2010 hatte das Schweizer Stimmvolk die Initiative zur Ausschaffung krimineller Ausländer angenommen. Jetzt sollte das Parlament ein Gesetz erlassen, das die Ausführung dieses neuen Artikels regelte. Noch während das Parlament das Gesetz diskutierte, lancierte die SVP ihre "Durchsetzungsinitiative". Diese wollte entgegen dem Willen der Parlamentsmehrheit keine Härtefälle zulassen und alle kriminellen Ausländer automatisch ausschaffen. Auch die Secondos, die in der Schweiz aufgewachsen sind. Die Gegner der Initiative warnten: Die Initiative gefährdet internationale Abkommen wie z.B. die Europäische Menschenrechtskonvention. Diese dürfen wir nicht aufs Spiel setzen! Die Durchsetzungsinitiative umgeht zudem die Arbeit des Parlaments, und die Gerichte werden in ihren Entscheidungen eingeschränkt. Die Gewaltenteilung wird somit verletzt. 

      Am 28. Februar 2016 lehnt das Schweizer Stimmvolk die «Durchsetzungsinitative» mit 58,9% der Stimmen deutlich ab. Der Abstimmungskampf war emotional und die Stimmbeteiligung war mit 63,4% sehr hoch. Jetzt tritt das vom Parlament bereits erlassene Gesetz zur Ausschaffung krimineller Ausländer in Kraft.

    • Bundesbeschluss «Erleichterte Einbürgerung für junge Ausländerinnen und Ausländer der dritten Generation»

      Am 12. Februar 2017 stimmten das Volk und die Stände dem Bundesbeschluss zur Erleichterten Einbürgerung für junge Ausländerinnen und Ausländer der dritten Generation mit 60,4% Ja-Stimmen zu. 19 der 26 Kantone stimmten damit im vierten Anlauf diesem Anliegen zu. Unter 25-jährige, gut integrierte Enkel von Einwanderern können damit in einem verkürzten und günstigeren Verfahren den Schweizer Pass erlangen. Der letzte, etwas weiter gehende Vorstoss war im Jahr 2004 abgelehnt worden. 

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